Die 10 besten Tauchplätze in Indien
Indien wird von Tauchtouristen noch immer unterschätzt, obwohl das Land über 7.500 Kilometer Küstenlinie verfügt und mit den Andamanen und Lakkadiven zwei der artenreichsten Tauchgebiete des Indischen Ozeans besitzt. Die Andamanen-und-Nikobar-Inseln liegen im östlichen Indischen Ozean und bieten gesunde Korallen-Ökosysteme weitab von Massentourismus; die Lakshadweep-Inseln im Westen sind ein Biosphärenreservat mit strikten Besuchsregeln. Auf dem Festland sind Netrani Island im Karnataka und die Havelock-Region die bekanntesten Reviere. Wassertemperaturen liegen ganzjährig zwischen 27 und 30 °C. Die interaktive Karte zeigt Tauchschulen und Einstiegspunkte im ganzen Land.
1. Havelock Island (Swaraj Dweep), Andamanen
Havelock ist die touristisch zugänglichste Insel der Andamanen und der de-facto-Startpunkt für Tauchen in der Region. Die Riffe rund um die Insel bieten Korallengärten in 5 bis 25 Metern mit Mantas, Schwarzspitzenhaien, Walzenbarrakuda-Schwärmen und Schildkröten. Dixon's Pinnacle, ein Felsturm in 18 bis 30 Metern, gilt als einer der besten Einzelspots: Gorgonien und Schwämme bedecken den Turm vollständig, und Driftströmungen bringen große Pelagier näher. Sicht von 15 bis 25 Metern ist Standard. Beste Saison: November bis April.
2. Neil Island (Shaheed Dweep), Andamanen
Neil Island ist ruhiger als Havelock und weniger besucht, mit schönen Riffen in 8 bis 20 Metern. Unterwasser bieten sich Korallenbögen, Tunnels und Überhänge, in denen Moränen, Drachenfische und Nacktkiemer anzutreffen sind. Die Sichtweiten sind gut — oft 15 bis 20 Meter — und das sanfte Strömungsregime macht Neil ideal für fortgeschrittene Einsteiger. Tauchcenter auf der Insel bieten tägliche Ausfahrten zu einem Dutzend nummerierter Spots rund um die Insel.
3. Barren Island, Andamanen
Barren Island ist der einzige aktive Vulkan Indiens und liegt auf 135 Kilometer östlich von Port Blair. Das Tauchen rund um den Vulkan ist technisch und logistisch anspruchsvoll — Tagesausfahrten dauern mehrere Stunden und werden nur von wenigen Anbietern durchgeführt — aber die Belohnung ist außergewöhnlich. Lavaformationen bieten Lebensraum für Mantarochen, Oceanic White-Tip-Haie und große Thunfischschwärme. Advanced-Zertifikat und Erfahrung mit offenen Gewässern sind Voraussetzung. Saison: November bis März.
4. Lakshadweep (Agatti, Bangaram), Lakkadiven
Lakshadweep ist ein Biosphärenreservat mit begrenztem Besucherzugang — indische Staatsbürger benötigen eine spezielle Genehmigung, Ausländer ebenso. Doch die Beschränkungen haben die Korallen bewahrt: Agatti und Bangaram bieten Riffe in makelloser Gesundheit mit Manta-Stationen, Haifischen, Schildkröten und Napol-Eonnchancen auf Spotting. Kanal-Tauchgänge zwischen Atollen bieten Driftdiving in starken Strömungen mit Pelagiern. Lakshadweep ist eine ernsthafte Expedition; Buchung über autorisierte Resorts ist zwingend.
5. Netrani Island (Pigeon Island), Karnataka
Netrani, auch als Pigeon Island bekannt, ist ein einsames Eiland vor der Küste Karnatakas und gilt als bester Tauchplatz an der indischen Westküste. Felsriffe rund um die Insel reichen von der Oberfläche auf 25 bis 30 Meter; Adlerrochen, Whale Sharks (in der Saison), Barrakuda-Wände und Zackenbarsche sind dokumentierte Begegnungen. Strömungen können stark sein; Advanced-Zertifikat empfohlen. Bootsausfahrten von Murdeshwar oder Kundapur; Saison von Oktober bis Mai.
6. Andaman Sea Wall, North Bay
North Bay liegt in unmittelbarer Nähe von Port Blair und ist der klassische Einstiegspunkt für Taucher, die die Andamanen von der Hauptstadt aus erkunden. Die Riffe beginnen flach in 5 Metern und fallen auf Wandabschnitte bis 25 Meter ab. Korallengärten mit Clownfischen, Blauen Seesternen, Bläulingen und kleinen Haifischen bieten ein farbenprächtiges Bild. North Bay ist ideal für Open-Water-Kurse und erste Erkundungen; Tagesboote verkehren regelmäßig.
7. Cinque Island, Andamanen
Die abgelegene Cinque-Insel, südlich von Port Blair, ist nur mit Genehmigung betretbar und bietet dafür unverdorbene Riffe in ausgezeichnetem Zustand. Tiefen bis 30 Meter mit Wandabschnitten, Korallenbögen und Tunneln; Silberspitzenhaie, Napoleonfische und Mantarochen zählen zu den möglichen Begegnungen. Übernachten auf der Insel ist nicht erlaubt; Tagesausfahrten von Port Blair (3 bis 4 Stunden) sind der einzige Zugang. Für erfahrene Taucher, die das Beste der Andamanen suchen.
8. Muzappilangad Beach Reef, Kerala
An der Malabarküste Keralas liegt Muzappilangad Beach, der längste befahrbare Strand Indiens. Unter Wasser erstrecken sich felsige Riffe in 8 bis 18 Metern mit Schwämmen, kleinen Haifischen und tropischen Fischarten, die im Arabischen Meer zuhause sind. Tauchanbieter in der Region bieten PADI-Kurse an; die Sicht ist mit 8 bis 12 Metern bescheidener als in den Andamanen, aber Kurstauchgänge sind problemlos möglich.
9. Tarkarli, Maharashtra
Tarkarli am Konkan-Küstenabschnitt Maharashtras ist ein aufstrebendes Tauchdestination für Taucher aus Mumbai und Pune. Felsriffe in 10 bis 20 Metern Tiefe beherbergen Tintenfische, Rochen, Schnapper und gelegentliche Clownfische in ihren Seeanemonen. Das Wasser ist von Dezember bis April am klarsten; die Sicht erreicht dann 8 bis 12 Meter. Tauchschulen bieten Tagesausfahrten und Schnupperkurse an.
10. Pondicherry (Puducherry), Tamil Nadu
Pondicherry ist der am besten ausgebaute Tauch-Hub an der Koromandelküste. Mehrere Wracks — darunter ein versenkter Trawler in 22 Metern — und künstliche Riffe bieten strukturiertes Tauchen; natürliche Felsriffe in 12 bis 25 Metern ergänzen das Programm. Der Oktober bis März ist die beste Saison, wenn der Nordostmonsun die Küste verlässt und die Sicht auf 10 bis 15 Meter steigt. Mehrere PADI-zertifizierte Tauchschulen bieten Kurse auf Englisch und Französisch (historisches Erbe Pondicherrys) an.
Praktische Hinweise
Für Tauchen in den Andamanen ist ein Inlandsflug nach Port Blair erforderlich; von dort verkehren Fähren und kleine Flugzeuge auf die Inseln. Lakshadweep verlangt eine Sondergenehmigung, die über autorisierte Reiseveranstalter beantragt werden muss. Die Hauptsaison für ganz Indien ist Oktober bis Mai, wenn beide Monsune abgeklungen sind. Ein 3-mm-Anzug genügt ganzjährig; Trockenanzüge sind nirgendwo notwendig. Auf der interaktiven Karte lassen sich zertifizierte Tauchbases für alle indischen Regionen abrufen. PADI und SSI sind die dominanten Ausbildungsorganisationen.