← Zurück zum Blog

Die 10 besten Tauchplätze in Dominica

Dominica ist die vulkanisch aktivste Insel der Karibik, und das macht sich unter Wasser bemerkbar wie nirgendwo sonst. Kohlendioxid perlt aus dem Meeresboden, erwärmtes Wasser steigt zwischen Korallenblöcken auf, und das Ergebnis ist eine der biologisch reichsten Küstenlandschaften der Region. Die Insel hat den Massentourismus bislang abgelehnt und damit ihren Riffen zugutegetan: Korallen in unberührtem Zustand, Wale ganzjährig vor der Westküste, Taucher kaum mehr als zwei Boote gleichzeitig an einem Platz. Wassertemperatur liegt zwischen 26 und 29 Grad Celsius; Sichtweiten typischerweise zwischen 20 und 30 Metern, gelegentlich eingeschränkt durch vulkanische Partikel nahe der Thermalquellen.

1. Champagne Reef

Champagne Reef ist vielleicht der bekannteste Tauchplatz der Insel und rechtfertigt jeden Superlativ. Hydrothermale Quellen sprudeln Kohlendioxidblasen aus dem Meeresboden – der Effekt von unten ist, als würde man in einem Glas Champagner sitzen. Wassertemperatur an den Quellen lokal auf über 35 Grad, Rifftemperatur drumherum normal. Das Riff selbst ist reich an Rifffischen, Seekatzen und massiver Korallenstruktur bis 15 Meter Tiefe. Flaches Profil, ideal für alle Levels. Ein Highlight auch für Schnorchler. Beste Zeit ganzjährig.

2. Scotts Head Pinnacle (Soufriere-Scott's Head Marine Reserve)

Scotts Head Pinnacle liegt am südlichsten Zipfel der Insel, wo die Karibik auf den Atlantik trifft. Strömungen treffen hier aufeinander und bringen eine Fülle an Pelagischen: Barrakudaschwärme, Adlerrochen, Tarpons und in der Saison auch Pottwalgruppen in der Nähe. Die Wand fällt von etwa 12 Metern auf über 45 Meter – Gorgonien und Schwarzkorallen besetzen die Schattenzonen, kleinere Riffgemeinschaften die Oberkante. Empfohlen für Advanced Open Water aufwärts; Strömungskenntnis erforderlich.

3. L'Abym

Der Name bedeutet im kreolischen Französisch 'der Abgrund' – und tatsächlich beginnt die Wand hier bei 18 Metern und fällt in Dunkelheit, gemessen wurden über 300 Meter ohne Boden. In 20 bis 40 Metern Tiefe sind die Wände mit Seefächern, Krinoideen und riesigen Tonnensschwämmen besetzt. Freiwassertauchgang mit Potenzial für Tiefenrausch bei zu langer Verweildauer in der Tiefe – Advanced-Zertifizierung und Erfahrung mit dem Tieftauchen obligatorisch. Einer der eindrucksvollsten Plätze Dominicas.

4. Soufriere Bay

Die gesamte Bucht ist Meeresschutzgebiet und bietet eine Mischung aus Schelf- und Wandtauchen mit hydrothermalen Einflüssen. Kugelfische und Trompetenfische in dichter Konzentration, Muränen unter jedem dritten Korallenkopf, und in der Tiefe patrouillierende Karibische Riffhaie. Mehrere Tauchprofile innerhalb der Bucht erlauben Wiederholungstauchgänge ohne lange Anfahrt. Das Wasser nahe den Thermalaustritten ist gelblich gefärbt und riecht nach Schwefel – ungewohnt, aber harmlos. Open Water aufwärts.

5. Rodney's Rock

Ein isolierter Felsen, der aus dem Sand herausragt und von einem kompakten Riff umgeben ist, bevölkert von einer außergewöhnlichen Dichte an Fischen: Schulen von Kreolischen Lippfischen, Drückerfische, und regelmäßig Petermännchenschwärme. In der Umgebung häufig Begegnungen mit Pottwal-Familiengruppen, die die Westküste Dominicas als Heimatgebiet nutzen – Dominica gehört weltweit zu den verlässlichsten Pottwal-Sichtungsorten. Tiefe bis 25 Meter; ruhige Bedingungen nötig.

6. Pinnacle (Cabrits Marine Reserve)

Im Norden der Insel befindet sich der Cabrits-Nationalpark, der auch einen Meeresabschnitt umfasst. Der Pinnacle in diesem Gebiet erhebt sich vom Boden bei 30 Metern bis nahe die Oberfläche und ist komplett bewachsen mit Weichkorallen und Seesterne. Schildkröten sind häufig. Der Platz ist weniger frequentiert als die Angebote im Süden, was Ruhe und weniger Taucherverkehr bedeutet. Boot erforderlich; geführte Ausfahrten von Portsmouth aus verfügbar.

7. Toucari Bay

Toucari liegt an der Nordwestküste und bietet eines der besten Shore-Dives der Insel. Direkt vom Strand ins Riff, einfacher Einstieg, kein Boot notwendig. Das Riff enthält eine ungewöhnliche Vielfalt an Seelilien, Seeigeln und Nacktkiemern – Makro-Fotografen lieben diesen Platz. Tiefe maximal 20 Meter; klares Wasser mit selten weniger als 20 Metern Sicht. Geeignet für alle Levels; kein Tauchcenter direkt vor Ort, Ausrüstung aus Roseau oder Portsmouth mitbringen.

8. The Nose

Eine markante Felsnase nahe Salisbury, die tief ins Wasser reicht und auf der Südseite einem Thermocline ausgesetzt ist: Das Temperatursprung bringt kälteres, nährstoffreicheres Wasser herauf und erhöht die Aktivität von Adlerrochen, Hornhechten und gelegentlich Bullenhaien, die hier tagsüber durch den Bereich ziehen. Die Korallen auf dem flachen Teil (8–15 Meter) sind in besonders gutem Zustand. Erfahrene Open-Water-Taucher aufwärts.

9. Bubble Beach

Bubble Beach liegt zwischen Champagne und Soufriere und vereint beide Welten: hydrothermale Perlen auf der Sandebene und ein Korallenriff kurz danach. Besonderheit sind die Sandböden mit leuchtenden Sulphurflecken, aus denen pausenlos kleine Blasenströme aufsteigen. Schildkröten wärmen sich offenbar gerne in den warmen Zonen auf. Flaches Tauchen bis 12 Meter; hervorragend für Anfänger und für zweite Tauchgänge am Nachmittag.

10. Danglebens Pinnacles

Mehrere Felsnadeln steigen aus 30 Metern Sand empor, jede eine eigene Welt aus Korallen und Schwämmen. Barrakudas kreisen in kleinen Schulen um die Spitzen herum, Zackenbarsche erwarten entspannt die Putzerfische, und der Tiefenblick zwischen den Pinnacles ist beeindruckend. Gelegentlich ziehen Hammerhaie auf der Außenseite vorbei. Empfohlen für Advanced-Taucher wegen der Tiefe; aber die Kuppen auf 20 Metern sind auch für gute Open-Water-Taucher zugänglich.

Praktische Hinweise

Die Tauchsaison auf Dominica läuft praktisch ganzjährig. Die trockenere Zeit von Januar bis Mai bietet die stabilsten Bedingungen; die atlantische Hurrikansaison von Juni bis November kann Seegang produzieren, hält aber Dominica häufig seltener in direkten Pfaden als die flacheren Inseln. Tauchbasen wie Dive Dominica und Anchorage Dive sind die führenden Anbieter, beide ansässig in oder nahe Roseau. Für Pottwal-Begegnungen ist eine Genehmigung der Regierung notwendig, die lokale Operators integrieren. Alle Tauchplätze lassen sich über die interaktive Karte auf einen Blick vergleichen.