Die 10 besten Tauchplätze auf Curaçao
Curaçao ist das heimliche Juwel der ABC-Inseln. Während Aruba die Touristenmassen anzieht und Bonaire das Shore-Diving-Paradies bleibt, bietet Curaçao eine bemerkenswert reiche Unterwasserwelt, die sich über die gesamte Südküste erstreckt – fast überall direkt vom Ufer erreichbar. Das Meer ist warm, klar und überraschend strömungsarm. Sichtweiten von 30 Metern sind keine Seltenheit, und die Wassertemperatur hält sich das ganze Jahr über zwischen 26 und 29 Grad Celsius. Ob Pilzkorallenwälder, gesunkene Frachter oder senkrechte Wände, die ins Tiefblau fallen – Curaçao liefert auf wenig Raum eine außergewöhnliche Vielfalt.
1. Mushroom Forest, Westküste
Der Mushroom Forest gehört zu den ikonischsten Tauchplätzen der Karibik. In Tiefen zwischen 12 und 20 Metern wachsen Pilzschwammkorallen zu kopfgroßen bis mannhohen Säulen heran, die in einer anderen Welt wirken. Zwischen den Stämmen verbergen sich Muränen, Seenadeln und bunte Putzerfische. Der Abstieg läuft über ein sanftes Riff mit gesunder Lederkorallenbewachsung. Sichtweite übertrifft regelmäßig 25 Meter. Geeignet für alle Zertifizierungsstufen, empfohlen ab Open Water. Beste Zeit: ganzjährig, besonders ruhige Bedingungen von Januar bis April.
2. Tugboat, Caracasbaai
Ein kleines, aber fotografisch unschlagbares Wrack: ein gesunkener Schlepper liegt in nur 5 Metern Tiefe auf sandigem Grund, vollständig von Weichkorallen und Schwämmen überwuchert. Papageifische knabbern unaufhörlich am Bewuchs, Zackenbarsche halten Hof im Rumpf, und ein ruhiges Tauchprofil mit maximaler Tiefe von 18 Metern macht den Platz perfekt für Anfänger und Unterwasserfotografen gleichermaßen. Weil die Bucht gut geschützt ist, lässt sich hier selbst dann tauchen, wenn anderswo lebhafter Seegang herrscht. Empfohlen für Open-Water-Taucher aufwärts.
3. Blue Room, Westküste
Die Blue Room ist eine teilweise unter Wasser liegende Höhle, in die Tageslicht durch eine Unterwasseröffnung flutet und den gesamten Innenraum in unwirkliches Blau taucht. Der Zugang erfolgt über eine Öffnung in etwa 5 Metern Tiefe; wer gut trimmt, gleitet hinein und findet sich in einem Lichtspiel, das jede Kamera überfordert. Seesterne, Langusten und Glasfische halten sich unter den Felsvorsprüngen auf. Technisch keine Schwierigkeiten, aber enge Öffnung: ruhige Bedingungen sind Voraussetzung. Nicht geeignet bei Dünung über einem halben Meter.
4. Superior Producer Wrack, Willemstad
Das Superior-Producer-Wrack gilt als eines der besten Tauchplatzenbesonderheiten der Karibik. Der 75 Meter lange Frachtdampfer sank 1977 und liegt heute mit dem Kiel auf 32 Metern, der Reling auf etwa 26 Metern. Der Rumpf ist bis zur Unkenntlichkeit mit Orangekorallen, Seefächern und Schwämmen bedeckt; im Inneren kreuzen Tarpon-Schwärme. Sichtweite häufig über 20 Meter, Strömung meist schwach. Empfohlen für Advanced Open Water wegen der Tiefe und der dichten Penetrationsmöglichkeiten im Laderaum. Beste Zeit: Oktober bis April.
5. Klein Curaçao
Klein Curaçao ist eine unbewohnte Insel gut 15 Kilometer vor der Ostspitze der Hauptinsel. Die Außenriffe fallen in unberührte Steilwände ab, die reich an Schwarzkorallen, Gorgonien und pelagischen Durchzüglern sind – Wahoo, Tuna und gelegentlich Hammerhaie sind möglich. Schildkröten nisten am Strand, Weißspitzenriffhaie patrouillieren die Kante. Tagestagesausflüge per Boot, Bedingungen können wechselhaft sein; empfohlen für erfahrene Taucher. Stärkstes Meeresleben von September bis Dezember.
6. Watamula, Nordwestspitze
Watamula liegt an der wilden Nordwestküste und ist nur bei ruhiger See zugänglich. Das macht den Platz exklusiv, und das Riff zeigt es: große Gorgonienfächer, gesunde Schwarzkorallenbäume in mittleren Tiefen, starke Strömungen, die Barrakudaschwärme und Adlerrochen heranziehen. Die Wand beginnt bei 12 Metern und fällt auf über 40 Meter. Wer Open-Water-Grenzen nicht überschreiten will, kann dennoch die oberen Bereiche erkunden – aber Erfahrung mit Strömungen ist Pflicht. Geführte Tauchgänge werden empfohlen.
7. Playa Jeremi
Ein klassisches Shore-Dive-Profil an einer einsamen Bucht im Westen der Insel. Kein Tauchcenter vor Ort, keine Massen: Parken, ins Wasser gehen, fertig. Das Riff beginnt bereits in 5 Metern und fällt in einer Terrassenstruktur auf über 30 Meter. Schildkröten sind hier besonders häufig anzutreffen, ebenso Stachelrochen auf dem sandigen Grund zwischen den Riffen. Sichtweite übertrifft oft 20 Meter. Geeignet für alle Levels; aber keine Infrastruktur – Ausrüstung vorab prüfen und Buddy nicht vergessen.
8. Karpata, Nordküste
Obwohl Karpata geografisch auf Bonaire liegt, hat Curaçao einen vergleichbaren Platz an seiner eigenen Nordküste, der nach demselben Prinzip funktioniert: Sanfter Eingang übers Steinufer, dann ein sofortiger Drop in lebendiges Korallenriff. Seepferdchen in Seegraswiesen, Trompetenfische, die sich senkrecht zwischen Algen verstecken, und ein beeindruckender Rifffuß mit riesigen Hirschhornkorallen. Gelegentlich Strömung von West. Empfohlen für Open Water aufwärts.
9. Alice in Wonderland, Südküste
Alice in Wonderland ist berühmt für seine sauber strukturierten Doppelriffe mit zwei parallelen Riffkämmen und einer breiten Sandstraße dazwischen. Adlerrochen queren regelmäßig die Sandpassage, Riesenmeeresschildkröten sind Stammgäste, und die Korallendiversität auf dem äußeren Riff ist bemerkenswert. Tiefe bis 30 Meter, gut geeignet für ein Mehrtauchgangsprogramm am gleichen Tag. Sichtweite konstant gut. Open Water aufwärts.
10. Playa Forti
An der Nordwestküste liegt diese Bucht unterhalb eines alten Forts auf dem Felsen. Der Einstieg über Steinplatten führt direkt in ein aktives Riff mit Schildkröten, Barrakudas und gelegentlich kleinen Riffhaien. Strömung kann moderat sein; der Aufstieg zurück ans Ufer verlangt Körperbeherrschung. Die Aussicht auf das Fort von unter Wasser ist einzigartig. Empfohlen für Taucher mit Erfahrung im Shore Diving. Beste Bedingungen morgens, bevor Nachmittagswind aufkommt.
Praktische Hinweise
Die Tauchhochsaison auf Curaçao läuft von Dezember bis April, wenn der Passat für günstige Bedingungen an der Südküste sorgt und die Sichtweiten am höchsten sind. Die Regenzeit von Oktober bis November bringt gelegentlich Dünung, öffnet aber die Tür zu leeren Stränden und günstigeren Preisen. Tauchbasen wie Ocean Encounters und Dive Curaçao an der Südküste versorgen Gäste mit Ausrüstung, Tankfüllungen und geführten Ausfahrten. Shore Diving ist das Markenzeichen der Insel – viele der besten Plätze liegen direkt an der Küstenstraße, erkennbar an den blauen Schildern. Wer alle Tauchplätze auf einer Karte sehen und vergleichen möchte, findet sie im interaktiven Riffkatalog.