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Die 10 besten Tauchplätze in Aruba

Aruba liegt außerhalb der Hurrikanzone und bietet deshalb, was viele karibische Inseln nur saisonal liefern: zuverlässige Sichtweiten von 20 bis 30 Meter, konstante Wassertemperaturen zwischen 26 und 29 °C und Bootsdiving ohne saisonale Unterbrechungen. Die Westküste ist durch Nordost-Passatwinde geschützt und fällt auf sanften Hängen ab; die Nordküste ist rauher und bestenfalls für erfahrene Taucher bei ruhigem Wetter geeignet. Was Aruba besonders attraktiv macht, ist die Kombination aus Wracktauchen und gesunden Korallenriffen — auf engstem Raum.

1. Antilla, Westküste

Das Antilla ist das größte Schiffswrack der Karibik und das unbestrittene Highlight Arubas. Der 122 Meter lange deutsche Frachter wurde am 10. Mai 1940 von seiner eigenen Besatzung versenkt, kurz nachdem die Niederlande von Deutschland besetzt worden waren; die Männer wollten das Schiff nicht den Alliierten überlassen. Das Wrack liegt auf 18 bis 27 Meter Tiefe, gut innerhalb des No-Deco-Bereichs für die meisten Taucher. Huge Schwarmfische aus Stachelmakrelen und Snapper umkreisen den Rumpf; Flammenbarsche und Drachenkopf verstecken sich in den Rissen. Open Water reicht für Außenpassagen; Advanced empfohlen für Innenräume.

2. SS Pedernales, Westküste

Die Pedernales war ein amerikanischer Öltanker, der am 16. Februar 1942 von einem deutschen U-Boot torpediert wurde. Das Mittelteil wurde gehoben und repariert; die Vor- und Hecksektion liegen noch auf dem Meeresgrund in 6 bis 9 Meter Tiefe — ideal für Schnorchler und Einsteiger. Korallen haben das Wrack komplett bewachsen; Schildkröten rasten regelmäßig auf den Planken. Einer der zugänglichsten Wracktauchgänge der Insel.

3. Jane Sea Wreck, Nordwestküste

Das zementbeladene Frachtschiff Jane Sea liegt seit den 1980er Jahren absichtlich versenkt in 30 Meter Tiefe. Der gezielte Versenkungsort an einem sonst flachen Sandboden macht das Wrack zu einem künstlichen Riff mit dichter Fischpopulation. Neben Rifffischen sind hier regelmäßig Zitronenhaie und Ammenhaie zu sehen. Aufgrund der Tiefe und der gelegentlich vorhandenen leichten Strömung ist ein Advanced-Zertifikat empfehlenswert; Taucher mit Erfahrung im Wracktauchen profitieren am meisten.

4. Arashi Reef, Nordwestküste

Arashi ist das Riff, das Aruba für Schnorchler und Einsteiger zur Referenzadresse macht. In 4 bis 10 Meter Tiefe leben Pfauenwrasse, Trompetenfisch, Französischer Engelfisch und gelegentlich Meeresschildkröten. Das Korallenriff ist gut erhalten; PADI und SSI schicken ihre Kursteilnehmer gerne hierher für Freiwassertauchgänge. Keine nennenswerte Strömung. Ganzjährig zugänglich vom Strand.

5. Mangel Halto, Südostküste

Mangel Halto ist Arubas bester Shore-Dive abseits der Massenspots. Mangroven säumen die Bucht; darunter liegt ein vielfältiges Ökosystem aus Seegras und Korallen, das für Seenadeln, Tintenfische und Kugelfische bekannt ist. Die Tiefe bleibt unter 10 Meter, was lange Tauchzeiten erlaubt. Ideal für Unterwasserfotografie und Makrotauchen. Kein Tauchboot nötig; Einstieg direkt vom Ufer.

6. California Wreck, Nordspitze

Die California lag als Wrack viele Jahre einsam an der rauen Nordspitze Arubas. Das Schiff stammt angeblich aus dem frühen 20. Jahrhundert; seine genaue Geschichte ist umstritten, der Name wird mit dem mythisierten Schiff verbunden, das den Notruf der Titanic ignoriert haben soll — die historische Faktenlage ist allerdings komplex. Tauchtechnisch relevant: 10 bis 18 Meter, malerische Korallenstruktur, mäßige bis starke Strömung je nach Bedingungen. Ausschließlich per Boot erreichbar; nur bei ruhigem Nordwetter.

7. Mahi Wreck (Airplane Wreck), Westküste

Ein kleines Flugzeug — angeblich ein Cessna, der für Filmzwecke versenkt wurde — liegt in 14 Meter Tiefe unweit des Palmstrand-Abschnitts. Die Struktur ist von Korallen überwachsen; Trompetenfische, Kugelfische und gelegentlich Zitronenhaie frequentieren den Bereich. Wegen seiner geringen Tiefe und stabilen Bedingungen ein guter zweiter Tauchgang nach dem Antilla. Geeignet für Open-Water-Taucher.

8. Barcadera Reef, Mittelküste

Barcadera liegt vor dem Industriehafen und klingt damit wenig verlockend — ist es aber. Das Riff beginnt in 10 Meter und fällt auf 25 Meter ab; die Korallen sind überraschend gesund, und die Fischdichte ist hoch, weil die Stelle von Sporttauchern kaum angesteuert wird. Hammerhaie wurden hier gelegentlich in größerer Tiefe gesichtet. Bootsanfahrt von Oranjestad; Strömung variabel.

9. Skalahein Wreck und Reef, Südküste

Vor dem Savaneta-Abschnitt liegen mehrere kleine Wracks und ein gesundes Flachwasserriff. Pferdeaugenkrebse, Schokoladenbauch-Seegurken und eine ungewöhnliche Dichte an Muränen machen diesen Spot zum Geheimtipp für Naturbeobachter. Tiefe 6–15 Meter; Einstieg vom Boot oder in ruhigen Abschnitten vom Strand. Für alle Zertifikatsstufen geeignet.

10. Harbour Reef, Oranjestad

Der Riffabschnitt vor dem Haupthafen ist für viele Taucher der erste Kontakt mit Arubas Unterwasserwelt — und kein schlechter. Korallentürme in 8 bis 18 Meter Tiefe beherbergen Tintenfische, Englishman-Krabben und gelegentlich Seepferdchen. Die Nähe zum Zentrum macht ihn logistisch unkompliziert. Schiffsdiesel und leichte Trübung können die Sicht nach Hafenbetrieb beeinflussen; morgens sind die Bedingungen am besten.

Praktische Hinweise

Aruba hat ganzjährig stabile Tauchbedingungen; Regenzeit (Oktober bis Dezember) beeinflusst die Wasserqualität kaum. Passatwinde wehen das ganze Jahr aus Nordost und schützen die Westküste. Tauchzentren konzentrieren sich entlang der Hotelzone zwischen Palm Beach und Eagle Beach; Liveaboard-Angebote gibt es auf Aruba nicht, da die meisten Sites innerhalb von Bootsdistanz erreichbar sind. Wassertemperatur: 26–29 °C ganzjährig, 3-mm-Neoprenanzug ausreichend. Zur interaktiven Karte für alle eingetragenen Sites.