Die 10 besten Tauchplätze in Spanien
Spanien teilt zwei völlig verschiedene Unterwasserwelten auf: das nährstoffarme, warme Mittelmeer im Osten und die atlantisch beeinflussten Gewässer der Kanarischen Inseln und der Nordküste im Westen. Im Mittelmeer sorgen streng geschützte Meeresschutzgebiete wie die Medes-Inseln und Cabo de Palos für Fischpopulationen, die anderswo verschwunden sind. Der Kanarische Archipel wiederum liegt auf dem Mittelatlantischen Rücken und bietet Vulkanlava, pelagische Thunfische, Moby-Dick-Tintenfische und sauberes ozeanisches Wasser mit Sichtweiten jenseits von dreißig Metern. Wassertemperaturen auf den Kanaren liegen ganzjährig zwischen 18 und 24 °C; das Mittelmeer erreicht im Sommer 26 bis 28 °C, kühlt im Winter auf 13 bis 15 °C ab. Ein 3-mm-Neoprenanzug reicht für die wärmeren Monate; im Winter und auf den Kanaren ganzjährig empfiehlt sich ein 5-mm-Neopren.
1. Cabo de Palos, Murcia
Das Meeresschutzgebiet Islas Hormigas vor Cabo de Palos ist eines der produktivsten Tauchreviere der iberischen Halbinsel. Felsriffe und Posidonia-Seegraswiesen in drei bis vierzig Metern Tiefe. Die Napoleonfisch-Population ist legendär: Exemplare von sieben bis zehn Kilogramm sind nicht ungewöhnlich, und das Schutzgebiet hat ihren Bestand über Jahrzehnte stabilisiert. Barrakudas, Schwärme atlantischer Makrelen, Tintenfische und Rochen komplettieren das Bild. Sichtweiten acht bis zwanzig Meter. Wassertemperatur 18 bis 26 °C. Tauchboote fahren aus La Manga del Mar Menor. Advanced Open Water empfohlen. Beste Zeit: Mai bis Oktober.
2. Medes-Inseln, Costa Brava
Die Medes sind ein Archipel aus sieben Kalksteinfelsen vor L'Estartit, seit 1983 vollständig als Meeresschutzgebiet ausgewiesen. Das Ergebnis ist bemerkenswert: Zackenbarsch bis zwei Kilogramm, riesige Schulen von Seekrausen, dichte Süßlippen-Kolonien, Hummer und Langusten in offenen Spalten und überall auf dem Riff Oktopusse. Korallen-Gorgonien bedecken in fünfzehn bis dreißig Metern den Fels. Sicht zehn bis zwanzig Meter. Wassertemperatur 14 bis 26 °C. Open Water genügt für die meisten Stellen; für Höhlen wie "El Dofí" ist ein Unterwasserhöhlen-Specialty sinnvoll. Beste Zeit: April bis Oktober.
3. El Hierro, Kanarische Inseln
El Hierro, die westlichste Kanareninsel, besitzt das erste vollständig als Biosphärenreservat eingestufte Meeresgebiet Spaniens. Der Risco de La Bonanza ist eine steile Vulkanwand, die auf dreißig Meter abfällt und von dichten Schulen endemischer Kanarischer Papageienfische, Zackenbarsch und pelagischen Amberfischen frequentiert wird. 2011 hat ein Unterwasserausbruch ein neues Lavafeldgebiet südlich der Insel geschaffen; Taucher können auf frischen schwarzen Lavastrukturen mit noch spärlichem, aber wachsendem Bewuchs abtauchen. Sichtweiten dreißig bis vierzig Meter. Wassertemperatur 18 bis 23 °C. Advanced Open Water für tiefere Stellen. Beste Zeit: Mai bis November.
4. Lanzarote, Kanarische Inseln
Lanzarote bietet eine der ungewöhnlichsten Unterwasserlandschaften Europas: ausgedehnte Lavafelder in fünf bis zwanzig Metern Tiefe, bizarre Tunnel und Bögen, die von Meer geformt wurden, und eine Transparenz des Wassers, die das ockerfarbene und schwarze Gestein leuchtend wirken lässt. Die Playa del Risco im Norden und das Riff vor der Isla de los Lobos sind Hauptziele. Moränen, Rochen, Schildkröten und auf dem offenen Sand Anglerfische gehören zur regulären Fauna. Sicht zwanzig bis vierzig Meter. Wassertemperatur 18 bis 23 °C. Open Water genügt. Ganzjährig tauchbar; beste Bedingungen April bis Oktober.
5. Gran Canaria — Puerto Mogan und Arguineguín
Auf Gran Canaria bietet Puerto Mogan ruhige, klare Gewässer mit Korallenablagerungen auf vulkanischem Grund. Ein berühmtes Ziel ist die künstliche Riffinsel aus versenkten Autowracks und Betonblöcken vor Arguineguín, die in zehn bis vierzehn Metern liegt und sich zu einem dichten Fischhabitat entwickelt hat. Barrakudas, Coronet-Fische und Hornhaie (Heterodontus francisci) haben sich angesiedelt. Sichtweiten fünfzehn bis fünfundzwanzig Meter. Wassertemperatur 18 bis 23 °C. Open Water. Ganzjährig verfügbar; Hauptsaison Oktober bis Mai (ruhigere See).
6. Teneriffa — Abades und El Puertito
Teneriffa ist die meistbesuchte Kanareninsel und für Taucher ein Ganzjahresziel. Abades an der Ostküste ist für flaches Koral-Schnorcheln bekannt, während El Puertito im Südwesten eine kleine Kolonie wilder Meeresschildkröten (Chelonia mydas) beherbergt, die sich von Posidonia-Bestand in vier bis acht Metern ernähren. Das Hafengebiet La Caleta bietet zuverlässige Nacht-Tauchgänge mit Tintenfischen und Weichkorallen. Sichtweiten zwanzig bis dreißig Meter. Wassertemperatur 18 bis 23 °C. Open Water. Ganzjährig.
7. Cala Cerrada, Cabo de Palos
Wenige Kilometer nördlich des Schutzgebiets liegt Cala Cerrada — zugänglich vom Ufer, ohne Bootszugang. Felsblockriffe auf drei bis vierzehn Metern, dicht mit Seeanemonen und kleinen Weichkorallen bedeckt. Nasenrochen ruhen auf dem Sandboden; Tintenfische, Muränen und Hummer sind regelmäßig zu sehen. Die Cala selbst ist von Felswänden geschützt und bei westlichem Wind ruhig. Sicht acht bis fünfzehn Meter. Wassertemperatur 15 bis 26 °C. Open Water. Beste Zeit: Mai bis Oktober. Für Fotografen ideal.
8. Camp Bay, Gibraltar
Gibraltar ist keine spanische Jurisdiction, taucht aber in jedem ernsthaften iberischen Tauchprogramm auf. Camp Bay an der Südküste des Felsens erschließt eine Unterwasserlandschaft aus atlantisch-mediterranen Übergangsgewässern: Seeigel, Stern- und Hirschkorallen neben atlantischen Barrakudas und Zackenbarsch. Historisch wurden hier 1704 Schiffe versenkt; Teile dieser Wracks liegen auf zehn bis fünfzehn Metern. Sichtweiten acht bis zwölf Meter. Wassertemperatur 15 bis 22 °C. Open Water. Beste Zeit: Mai bis September.
9. Palma de Mallorca — Puig de Sa Morisca und Illetes
Mallorca hat trotz seiner touristischen Bekanntheit gute Tauchgründe. Das Meeresschutzgebiet des Dragonera-Archipels westlich der Insel schützt Gorgonien in zehn bis dreißig Metern, Hummer und dichte Rotbarbenbestände. An Illetes auf Formentera, technisch eine eigene Insel, findet sich das beste erhaltene Posidonia-Bett der Balearen in zwei bis acht Metern. Sichtweiten fünfzehn bis fünfundzwanzig Meter. Wassertemperatur 15 bis 27 °C. Open Water für die meisten Stellen. Beste Zeit: Mai bis Oktober.
10. Costa Nerja, Axarquía-Küste
Nerja bietet ruhige, gut zugängliche Küstentauchgänge von kleinen Kieselstränden aus. Die Felsblockriffe fallen auf fünf bis zwölf Metern über sandige Böden ab. Die Nacht-Tauchgänge bei Nerja sind besonders interessant: Tintenfisch-Eipakete zwischen Algen, Hornhaigelege und wandernde Langusten. Tauchbasen wie Buceo Costa Nerja bieten Bootsausfahrten zu etwas tieferen Stellen. Sicht acht bis zwölf Meter. Wassertemperatur 15 bis 24 °C. Open Water. Beste Zeit: Mai bis Oktober.
Praktische Hinweise
Für Mittelmeer-Tauchen ist der Sommer ideal, wenngleich August die höchste Belegung auf populären Spots bedeutet; Mai und Juni bieten gute Sicht und weniger Bootsverkehr. Die Kanarischen Inseln sind ganzjährig tauchbar, mit Hauptsaison zwischen Oktober und Mai wegen ruhigerer See. Alle größeren Inseln der Kanaren haben gut ausgestattete Tauchbasen; auf dem Festland konzentrieren sich die Zentren auf Cabo de Palos, L'Estartit und die Costa Brava. Internationale PADI- und SSI-Brevets werden überall anerkannt. Meeresschutzgebietszonen erfordern eine Bootserlaubnis, die meist vom Tauchzentrum eingeholt wird. Eine vollständige Übersicht aller verzeichneten Tauchstellen in Spanien ist auf der interaktiven Karte abrufbar.