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Die 10 besten Tauchplätze in Malta

Malta ist eines der geheimen Juwelen des Mittelmeertauchens. Auf einer Fläche kleiner als mancher Stadtbezirk vereinen sich kristallklares Wasser, historische Wracks aus dem Zweiten Weltkrieg, dramatische Unterwasserhöhlen und ein verblüffend reiches Meeresökosystem. Die Sichtweite erreicht im Sommer regelmäßig 30 Meter und mehr, die Wassertemperatur klettert zwischen Juli und Oktober auf angenehme 26 bis 27 Grad Celsius. Taucher aller Erfahrungsstufen finden hier passende Plätze — von flachen Riffen für Einsteiger bis zu Tieftauchgängen an versenkten Kriegsschiffen, die echte Geschichte atmen. Die Inselgruppe umfasst Malta selbst, Gozo und Comino, und jede der drei bietet eigenständige Charaktere unter Wasser.

1. Blue Hole, Gozo

Das Blue Hole auf Gozo zählt zu den bekanntesten Tauchplätzen Europas und verdient diesen Ruf vollauf. Ein natürlicher Felsbogen verbindet das flache Becken des Blue Hole mit dem offenen Meer und dem sogenannten Azure Window, dessen Felsen 2017 einstürzten und nun selbst Riffstruktur bilden. Der Einstieg erfolgt von der Felsplattform; nach wenigen Metern öffnet sich ein vertikaler Schacht bis auf etwa 60 Meter. Orangefarbene Gorgonienkorallen, Meerbarben und Zackenbarsche bevölkern die Wände. Empfohlen ab PADI Open Water bei ruhiger See; bei Dünung an der Westküste Gozos können Strömungen auftreten. Beste Zeit: Mai bis Oktober. Maximale Tiefe für Freizeiттaucher typischerweise 40 Meter.

2. Um El Faroud, Malta

Die Um El Faroud ist das größte Wrack Maltas. Der maltesische Öltanker wurde 1995 nach einem Gasexplosionsunfall intentionell versenkt und liegt auf dem Sandgrund vor Wied iż-Żurrieq in Tiefen zwischen 25 und 36 Metern. Das 110 Meter lange Schiff liegt aufrecht und ist in weiten Teilen penetrierbar — gut ausgebaute Öffnungen machen das Innere auch für Wrack-Einsteiger zugänglich, sofern sie eine Taschenlampe dabeihaben. Auf dem Rumpf hat sich eine lebhafte Besiedlung aus Weichkorallen, Seenelken und Seebrassen entwickelt. Zackenbarschen und Oktopussen begegnet man hier regelmäßig. Empfohlen ab Advanced Open Water; Wrackpenetration erfordert eine Wrack-Spezialausbildung. Sichtweite meist über 20 Meter.

3. P29, Malta

Der P29 ist ein ehemaliges maltesisches Patrouillenboot, das 2007 auf 34 Meter Tiefe versenkt wurde und seitdem zu einem der beliebtesten Wracktauchgänge des Mittelmeers aufgestiegen ist. Das gut 50 Meter lange Schiff liegt aufrecht auf sandigem Untergrund nördlich von St. Paul's Bay und ist vollständig penetrierbar. Die Aufbauten beginnen bereits bei 18 Metern — ideal für einen zweiten Tauchgang bei Dekompression nahe der Nullzeit-Grenze. Im Inneren finden sich noch Instrumente, Rohrleitungen und die ursprüngliche Maschinenraumstruktur. Barrakudas kreisen regelmäßig über dem Wrack, und im Morgengrauen jagen hier Amberfische. Für Advanced Open Water Taucher, Penetration mit Wrack-Spezialausbildung.

4. HMS Maori, Malta

Kein anderes Wrack in Malta erzählt mehr Geschichte als die HMS Maori. Der britische Zerstörer versank 1942 in der Grand Harbour nach einem deutschen Luftangriff und wurde später aus dem Hafen geschleppt und vor Valletta auf 14 Meter versenkt. Das Wrack liegt in zwei Teilen und ist heute ein nationales Denkmal Maltas — eine der wenigen denkmalgeschützten Unterwasserstätten im Mittelmeer. Trotz der geringen Tiefe ist die Besiedlung beeindruckend: Seenelken, Nacktschnecken und Muränen haben das zerfallene Eisen übernommen. Für Einsteiger geeignet; Schnorcheln ist in der Nähe ebenfalls möglich. Beste Zeit: Ganzjährig, auch im Winter mit 15 Grad angenehm in einem 5-mm-Neopren.

5. Cirkewwa, Malta

Cirkewwa im Nordwesten Maltas ist der meistgetauchte Platz des Archipels — mit gutem Grund. Das Gelände bietet ein flaches Riff, eine intentionell versunkene Fähre (die Rozi auf 36 Meter), eine Höhlenformation und einen Sandkegel, der sich wie ein Trichter zu einer Höhle verjüngt. Die Rozi wurde 1992 versenkt und bietet Lebensraum für Seebrassen, Tintenfische und Weichkorallen. Cirkewwa eignet sich ausgezeichnet als Nachttauchplatz; Oktopusse und Meeraale sind nach Einbruch der Dunkelheit aktiv. Maximale Tiefe 36 Meter auf der Rozi, Riff bis 12 Meter. Zugänglich für alle Erfahrungsstufen; Parkplatz und Tauchschule vor Ort. Ganzjährig offen.

6. Santa Maria Caves, Comino

Comino, die kleinste bewohnte Insel des Archipels, beherbergt an ihrer Nordseite das System der Santa Maria Caves — eine Serie miteinander verbundener Kammern und Durchgänge, die bis auf 20 Meter reichen. Das Licht bricht durch die Öffnungen und erzeugt im Inneren schimmernde blaue und grüne Lichteffekte. Auf den Felsen vor den Höhlenöffnungen wachsen Posidonia-Seegraswiesen, die als Kinderstube für junge Fische dienen. Meerkarpfen, Goldbrassen und gelegentlich Tintenfische halten sich in den Kammern auf. Strömungen können bei Nordwind kräftig werden; im Sommer sind die Bedingungen meist ruhig. Empfohlen ab Open Water mit Höhlen-Bewusstsein; keine Speläotaucher-Zertifizierung erforderlich für die äußeren Kammern.

7. Inland Sea und Der Kanal, Gozo

Das Inland Sea ist ein teilweise geschlossenes Meeresbecken auf Gozo, das durch einen etwa 80 Meter langen Tunnel mit dem offenen Meer verbunden ist. Dieser Tunnel selbst ist der Kernpunkt des Tauchgangs: auf etwa 6 Meter Tiefe, manchmal mit Lichtspiel und gelegentlichen Strömungseffekten, führt er in offenes Wasser, das an der Außenseite auf 40 Meter abfällt. Auf der Innenseite des Beckens tauchen Einsteiger zwischen Fischen und kleinen Riffstrukturen; auf der Außenseite wartet der eigentliche Tieftauchgang mit Wänden voller Gorgonien und Schwämmen. Bootseinstieg von Dwerja aus empfohlen. Geeignet ab Open Water für das Beckeninnere, ab Advanced für den Außenabfall.

8. Reqqa Point, Gozo

Reqqa Point im Norden Gozos ist für erfahrene Taucher ein Pflichtprogramm. Ein vertikaler Felsabfall beginnt bei 8 Metern und setzt sich auf über 60 Meter fort; an den Wänden kleben Tiefsee-Gorgonien, Seelilien und purpurne Schwämme. Im Blauwasser zeigen sich gelegentlich Thunagruppierungen und Amberfische. Strömungen können erheblich sein, weshalb dieser Platz nur bei ruhiger See empfohlen wird. Der Landeinstieg ist anspruchsvoll — ein Kletterweg über Felsen. Geführte Bootsausflüge von Marsalforn oder Qawra sind die üblichere Option. Empfohlen ab Advanced Open Water, besser mit Deep Specialty. Beste Zeit: Juni bis September.

9. Wied il-Mielaħ, Gozo

Wied il-Mielaħ im Westen Gozos kombiniert einen natürlichen Felsbogen mit einem Unterwasserriff, das reich an Fischarten ist. Der Torbogen — der nach dem Einsturz des Azure Window das bekannteste Naturwahrzeichen Gozos ist — hängt über dem Wasser und taucht knapp unter die Oberfläche. Das Riff darunter fällt auf 25 Meter ab und bietet dichten Bewuchs aus Algen, Seenelken und kleinen Korallen. Meerbarben, Goldbrassen und Zackenbarsche patrouillieren die Spalten. Bei Schönwetter ein zugänglicher Landeinstieg; bei Westwind oder Dünung scharfe Vorsicht geboten. Ab Open Water geeignet; Tiefertauchen an der Außenseite ab Advanced.

10. Anchor Bay (Popeye Village), Malta

Auf der Nordwestseite Maltas liegt die kleine Ankerbucht von Anchor Bay, bekannt durch das Popeye-Filmset aus dem Jahr 1980 — die bunten Holzhäuschen stehen noch immer am Ufer. Unter Wasser erwartet Taucher ein flaches, fischreiches Riff bis auf 18 Meter mit einem Ankerfeld alter Anker, einer kleinen Höhle und einer Sandwiese. Die Bucht ist windgeschützt und eignet sich hervorragend für Ausbildungstauchgänge und Nachttauchgänge. Tintenfische, Seepferdchen und gelegentlich Meeresschildkröten wurden hier gesichtet. Ganzjährig tauchbar; in den Wintermonaten bei 14 bis 16 Grad ein 7-mm-Neopren oder Trockentauchanzug empfohlen.

Praktische Hinweise

Die beste Tauchsaison in Malta dauert von April bis November; die Sichtweite ist im Hochsommer am besten, und die Wassertemperaturen erreichen zwischen Juli und September ihr Maximum bei etwa 27 Grad. Im Winter kühlt das Wasser auf 14 bis 15 Grad ab, aber die Wracks sind dann menschenleerer und die Sichtweite bleibt gut. Zahlreiche seriöse Tauchbasen betreiben tägliche Boots- und Küstentauchgänge; die meisten bieten auch PADI- und SSI-Kurse an. Internationale Direktflüge verbinden Malta ganzjährig mit den meisten europäischen Hauptstädten. Um die Vielzahl der Tauchplätze auf einer interaktiven Karte zu erkunden, öffne die Karte.