Die 10 besten Tauchplätze in Indonesien
Indonesien liegt im Herzen des Korallendreiecks — dem Gebiet mit der höchsten Meeresbiodiversität der Erde — und bietet eine Bandbreite an Tauchrevieren, die kein anderes Land der Welt erreicht. Von den artenreichen Riffen Raja Ampats über die Strömungskanäle Komdos und die Muck-Diving-Welthauptstadt Lembeh bis zum klassischen Wandtauchen in Bunaken: Indonesien deckt nahezu jede Tauchpräferenz ab. Wassertemperaturen liegen im Bereich von 26 bis 30 °C; ein 3-mm-Anzug ist für die meisten Regionen ausreichend, aber ein 5-mm-Anzug ist für kalte Strömungen in Komodo und Raja Ampat ratsam. Alle Tauchplätze Indonesiens auf der Karte.
1. Raja Ampat, West Papua
Raja Ampat gilt vielen als das beste Tauchen der Welt. Die Inselgruppe umfasst über 1.500 kleinere Inseln und Riffe und beherbergt nach aktuellen Zählungen über 1.300 Fischarten und 600 Korallen-arten — mehr als in irgendeinem anderen Meeresgebiet. Manta-Stationen wie Manta Sandy und Manta Ridge garantieren Begegnungen mit Mantarochen fast täglich von Oktober bis April; Walhaie sind in der Saison bei Cenderawasih Bay möglich. Die Topographie reicht von flachen Korallengärten in 5 Metern bis zu Steilwänden in über 50 Metern. Beste Saison: Oktober bis April; starke Strömungen verlangen Advanced-Kenntnisse.
2. Komodo Nationalpark, Ost-Nusa Tenggara
Komodo ist weltberühmt für seine Komodowarane — und fast ebenso berühmt für sein Tauchen. Starke Strömungen aus der Torres-Straße bringen kaltes, nährstoffreiches Wasser aus der Tiefsee herauf und schaffen ideale Bedingungen für Manta-Ansammlungen, Mantarochen-Aggregationen, Thunfische, Haie und Mola-Mola (Mondfische) von Juli bis Oktober. Cannibal Rock und Crystal Rock gelten als Weltklasse-Pinnacles; Shotgun und Cauldron sind Strömungs-Driften für erfahrene Taucher. Advanced-Kenntnisse und Erfahrung mit Strömungsdiving sind hier nicht optional.
3. Bunaken Nationalpark, Nordsulawesi
Bunaken war das erste Meeresschutzgebiet Indonesiens und bleibt eine der ikonischsten Adressen für Wandtauchen in Südostasien. Die Wände beginnen flach und fallen nahezu senkrecht auf 200 bis 400 Meter ab. Schildkröten, Napoleonfische, Adlerrochen und große Barrakuda-Schwärme bevölkern die Wand in 15 bis 35 Metern. Aufwinde entlang der Wand schaffen Auftrieb; gutes Tarierkönnen ist entscheidend. Tauchcenter in der Region sind etabliert und gut geführt; die Saison ist ganzjährig.
4. Lembeh Strait, Nordsulawesi
Lembeh Strait ist die Welthauptstadt des Muck Diving — des Tauchens auf schwarzem Sandboden und Rubbish-Slopes, die von bizarren Kreaturen besiedelt werden. Gespensterfischchen (Rhinopias), Mimic Octopus, flamboyante Tintenfische, Drachen-Sea Moth, Seepferdchen und Geheimnisvolle Bärenkrabben sind typische Funde bei einem einzigen Tauchgang. Die Sichtweite beträgt oft nur 5 bis 8 Meter, aber das spielt keine Rolle — alles Interessante ist innerhalb von zwei Metern. Lembeh ist für Makrofotografie das Mekka schlechthin.
5. USAT Liberty Wrack, Tulamben, Bali
Das USAT Liberty ist eines der zugänglichsten Großwracks der Welt. Das amerikanische Militärtransportschiff wurde 1942 torpediert und liegt seit 1963 nach einem Vulkanausbruch in 5 bis 30 Metern Tiefe vor Tulamben an Balis Nordostküste. Korallen überziehen jede Fläche des Rumpfes; Zackenbarsche, Jackfische in Schwärmen, Meeresschildkröten und gelegentliche Weißspitzenhaie machen das Wrack zu einem der meistbetauchten überhaupt. Küstenzugang vom Strand aus möglich; kein Boot erforderlich. Alle Zertifizierungsstufen.
6. Nusa Penida und Nusa Lembongan, Bali
Nusa Penida ist Balis Antwort auf großes Pelagier-Tauchen. Mola-Mola (Mondfische) erscheinen von Juli bis Oktober in flachen Reinigungsstationen in 15 bis 30 Metern; Mantarochen sind an Manta Point ganzjährig anzutreffen. Die Strömungen sind jedoch stark und wenig vorhersehbar — Strömungsumkehr und Downwelling sind möglich. Ausschließlich für erfahrene Taucher mit Advanced-Zertifikat und Erfahrung mit starken Strömungen geeignet. Die flacheren Spots um Nusa Lembongan bieten ruhigeres Tauchen.
7. Banda Sea, Maluku
Die Banda See ist eine der letzten echten Taucher-Expeditions-Destinationen Indonesiens. Die Region ist nur per Liveaboard zugänglich und bietet Unterwasserwelten, die noch wenig von Tauchern berührt sind: Steilwände mit Gorgonien in Tiefen unter 30 Metern, Mantarochen, Thunfische, Hammerhaie und gelegentliche Walhaie. Die Logistik ist komplex und teuer; die Belohnung ist entsprechend. Für erfahrene Taucher, die bereit sind, für Wildheit zu zahlen.
8. Alor Archipel, Ost-Nusa Tenggara
Alor liegt östlich von Komodo und ist eines der am meisten unterschätzten Tauchreviere Indonesiens. Starke Strömungen bringen upwelling-Nährstoffe an die Oberfläche und ernähren üppige Riffen mit Hornkorallen, Gorgonien und Schwämmen in Tiefen von 15 bis 40 Metern. Große Pelagier — Haie, Thunfische, Mantarochen — sind häufig. Liveaboards aus Labuan Bajo erschließen das Gebiet; tageweise Ausflüge sind von lokalen Betreibern aus Kalabahi möglich. Advanced-Zertifikat Pflicht.
9. Derawan Inseln, Ost-Kalimantan
Die Derawan-Inseln im Osten Borneos bieten eine ungewöhnliche Kombination: Mantarochen, Thunfische und Walhaie (Saison) in tiefen Kanal-Tauchgängen; sanfte Riffen mit Schildkröten und Schnapper in flacheren Zonen. Daneben bietet Kakaban Lake einen einmaligen Tauchgang in einem salzigen Binnensee, in dem harmlose Quallen das Wasser bevölkern — ähnlich wie Jellyfish Lake in Palau. Ganzjährig tauchbar; Saison für Walhaie: März bis Mai.
10. Wakatobi Nationalpark, Sulawesi
Wakatobi ist ein abgelegener Nationalpark auf den Tukangbesi-Inseln und bietet Tauchen in nahezu unberührten Korallenriffen mit Sichtweiten bis 40 Metern. Lokale Mythen verbietende Befischung haben die Fischpopulationen in einem außergewöhnlichen Zustand erhalten: Zackenbarsche, Napoleonfische und große Schwärme tropischer Fische bevölkern Riffe, die anderswo bereits verarmt sind. Das Resort Wakatobi ist luxuriös und teuer; günstigere Optionen sind in Wangi-Wangi zu finden. Ganzjährig ideal.
Praktische Hinweise
Indonesien erfordert sorgfältige Reiseplanung. Raja Ampat und Komodo sind am besten per Liveaboard erschlossen; Bali und Bunaken haben gute Fluganbindung und lokale Infrastruktur. Die Hauptsaison variiert nach Region: Oktober bis April für Raja Ampat und die Westküste Indonesiens; Juli bis Oktober für Mola-Mola in Nusa Penida und Pelagier in Komodo. Trockenanzüge sind nirgendwo erforderlich; ein 5-mm-Neoprenanzug für kalte Strömungen in Komodo und Raja Ampat ist aber empfohlen. Die interaktive Karte führt zu allen verifizierten lokalen Tauchbases.