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Die 10 besten Tauchplätze in Frankreich

Frankreich wird von Tauchern oft unterschätzt — dabei bietet das Land eine erstaunliche Bandbreite an Unterwasserwelten. Die Mittelmeerküste der Provence liefert klares, warmes Wasser und artenreiche Felsriffe; die atlantische Bretagne beeindruckt mit Kelp, Wrackgeschichte und kräftigen Strömungen; und das Mittelmeer vor Korsika rangiert unter Europas besten Tauchgewässern. Wassertemperaturen reichen von knapp über 10 °C im Winter in der Bretagne bis zu 26 °C im Hochsommer an der Côte d'Azur. Wer flexibel reist, findet in Frankreich zwölf Monate lang attraktive Tauchziele. Der interaktive Kartenservice zeigt tagesaktuelle Standorte von Tauchschulen und Einstiegspunkten rund um das Land.

1. Calanques de Marseille, Provence

Der Nationalpark der Calanques erstreckt sich über zwanzig Kilometer Felsenküste östlich von Marseille und gilt als das Herzstück des mediterranen Tauchens in Frankreich. Unter Wasser wechseln sich steile Felsprofile und Posidonia-Seegraswiesen ab; Tiefe liegt am häufigsten zwischen 15 und 40 Metern. Mérous (Zackenbarsche), Goldstriemen, Drachen und gelegentlich Tintenfische bevölkern die Riffe. Die Sicht übertrifft in ruhigen Perioden leicht 20 Meter. Beste Saison: Mai bis Oktober. Open-Water-Zertifikat genügt für die meisten Stellen; tiefere Bögen und Höhlen verlangen Advanced-Kenntnisse.

2. Port-Cros, Côte d'Azur

Port-Cros besitzt den ältesten Meerespark Europas und eines der strengsten Schutzregelwerke für Taucher. Das Ergebnis ist sichtbar: Zackenbarsche, die sich problemlos auf Armeslänge heranpiren lassen, dichte Schwärme von Sägeschnapper und gesunde Posidonia-Felder in 10 bis 35 Metern Tiefe. Ein- und Austrittspunkte werden durch den Park kontrolliert; Taucher müssen mit einem lokalen Tauchcenter anmelden. Wassertemperaturen liegen im Sommer bei 23 bis 25 °C. Der Lage-Vorteil: Von Toulon oder Hyères ist die Insel in weniger als einer Stunde per Fähre erreichbar.

3. Wrack Le Donator, Marseille

Der Le Donator, ein 1945 versenktes Frachtschiff, liegt in knapp 45 Metern auf einer Sandbank vor der Küste Marseilles und ist eines der meistbetauchten Wracks Südfrankreichs. Der Rumpf ist weitgehend intakt und von Gorgonien, Weichkorallen und dichten Muschelbänken überzogen. Conger-Aale lugen aus Lukenmündungen; Scorpionfische tarnen sich perfekt zwischen bewachsenem Metall. Voraussetzung ist das Advanced-Zertifikat sowie Erfahrung mit tiefen Tauchgängen; Strömung kann das Gewässer technisch machen. Beste Sicht: Juli bis September.

4. Beg-Meil und die Bucht von Concarneau, Bretagne

Die bretonische Atlantikküste wirkt auf den ersten Blick nüchtern: Wasserpflanzen statt Korallen, Sicht oft unter zehn Meter, Temperaturen von 12 bis 18 °C. Doch wer sich die Mühe macht, trifft auf Hummer, Meerespinnen, Rochen und üppige Anemonen. Der Einstieg bei Beg-Meil ist ein klassischer Küstentauchgang: Felsplateaus in 6 bis 18 Metern wechseln mit Sandtaschen. Gezeiten und Strömung müssen sorgfältig eingeplant werden — der Atlantik verzeiht schlechte Planung nicht. Empfohlene Saison: Juni bis September; Trockenanzug ab Herbst sinnvoll.

5. Wrack Le Rubis, Cavalaire-sur-Mer

Das U-Boot Le Rubis war das erfolgreichste der Free French Forces im Zweiten Weltkrieg, versenkte neunzehn feindliche Schiffe und wurde 1958 als künstliches Riff vor Cavalaire versenkt. Es liegt in 40 Metern und bietet eines der emotionalsten Wrack-Tauchgänge der Côte d'Azur. Das Außendeck ist stabil begehbar; Chromis, Zackenbarsche und gelegentliche Tintenfische begleiten jeden Abstieg. Der Tauchgang erfordert Advanced-Zertifikat und solide Tieferfahrung. Sommer sind am empfehlenswertesten wegen Sichtweiten von 15 bis 25 Metern.

6. Cerbère-Banyuls, Roussillon

Knapp an der spanischen Grenze liegt die Réserve Naturelle Marine de Cerbère-Banyuls, Frankreichs erste Meeresschutzzone. Das Relief ist dramatisch: Felsrippen fallen von der Oberfläche auf 60 Meter ab; Gorgonien, Corallium rubrum (Rote Koralle) und Posidonia-Felder bilden die Kulisse. Hippocampen finden sich in flacheren Abschnitten; Seesterne und Seeigel pflastern den Boden. Beste Bedingungen von Mai bis Oktober; anfängerfreundliche Stellen in 5 bis 20 Metern, fortgeschrittene Zonen bis in die Tiefe.

7. Île de Porquerolles, Var

Porquerolles ist die größte der Îles d'Or und bietet ein überschaubares, gut zugängliches Revier für Taucher aller Stufen. Felsriffe rund um das Cap d'Armes reichen auf 30 bis 35 Meter; Tintenfische, Brachsmen und gelegentliche Meerasseln begegnen einem auf flacheren Plateaus. Im Norden der Insel schützt die ruhige Posidonia-Bucht Anfänger. Tauchcenter auf der Insel vermieten Ausrüstung und führen geführte Tauchgänge an, was die Logistik vereinfacht. Von April bis November ist die Saison offen.

8. Guéthary, Baskenland

Wer Atlantik-Tauchen ohne bretonische Kälte möchte, findet im baskischen Guéthary eine Lösung. Der Felsrücken vor dem Dorf reicht von 5 auf 25 Meter; Sichtweiten von 8 bis 15 Metern sind die Regel. Dorade, Meerbrassen, kleine Rochen und gelegentlich Tintenfische beleben die Riffe. Ein wesentlicher Vorteil: guter Küstenzugang ohne Boot. Der Einstieg ist ruppig bei Atlantik-Dünung; Erfahrung mit dem Küstentauchen ist daher empfehlenswert. Beste Saison: Mai bis September.

9. Felsformationen bei Hendaye, Baskenland

Unmittelbar an der spanischen Grenze bietet Hendaye felsige Unterwasserlandschaften auf 10 bis 30 Metern Tiefe, die dem Atlantik ausgesetzt und damit reich an Nährstoffen sind. Seesterne, Tintenfische, Meeräschen und gelegentlich Zackenbarsche sind hier anzutreffen; im Sommer nähern sich Thunfische der Küste. Das Revier eignet sich besonders für Taucher, die nach dem Tauchgang einen der besten Pintxos-Märkte Frankreichs besuchen möchten. Strömungsplanung ist entscheidend; immer mit lokalem Guide oder nach gründlicher Gezeitenrecherche tauchen.

10. Chicharvel, Côte Bleue

Die Côte Bleue zwischen Marseille und Martigues beherbergt mehrere geschützte Meeresreservate, von denen Chicharvel eines der zugänglichsten ist. Felsprofile in 10 bis 35 Metern wechseln mit Sandböden; Zackenbarsche, Brachsmen und Tintenfische fühlen sich wohl. Das Revier ist ideal für Taucher, die Marseille als Basis nutzen und täglich zwei bis drei Tauchgänge absolvieren wollen, ohne weite Anreisen in Kauf zu nehmen. Küstentauchen funktioniert von mehreren Einstiegen; Sichtweiten erreichen im Sommer bis zu 18 Meter.

Praktische Hinweise

Die beste Tauchsaison an der Mittelmeerküste Frankreichs liegt zwischen Mai und Oktober; im August und September erreicht das Wasser 24 bis 26 °C, und die Sicht ist in der Regel am besten. An der Atlantikküste taucht man am angenehmsten von Juni bis September; ein 5-mm-Neoprenanzug oder Trockenanzug ist ganzjährig empfehlenswert. Nationalparks wie Port-Cros und Cerbère-Banyuls verlangen Anmeldung bei einem zugelassenen Tauchcenter. Auf der interaktiven Karte lassen sich lokale Anbieter für alle Küstenabschnitte schnell finden. PADI, SSI und die französische FFESSM bieten Kurse in sämtlichen Küstenorten an.