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Die 10 besten Tauchplätze in Ägypten

Ägypten ist die wichtigste Tauchdestination Afrikas und eine der bekanntesten der Welt. Das Rote Meer hat eine einzigartige hydrologische Geschichte: kaum Zustrom durch Flüsse, hohe Verdunstung und eine begrenzte Verbindung zum Indischen Ozean durch das Bab al-Mandab machen es zu einem der salzigsten Meere der Welt — mit einer Klarheit und Korallendiversität, die selbst den Indischen Ozean in bestimmten Aspekten übertrifft. Sichtweiten von 20 bis 30 Metern sind die Norm; in der Hochsaison Oktober bis April sind 40 Meter möglich. Die Wassertemperatur liegt zwischen 20 °C im Februar und 29 °C im August.

1. SS Thistlegorm, Nördliches Rotes Meer

Die SS Thistlegorm ist das berühmteste Tauchziel des Roten Meeres und eines der bedeutendsten Kriegswracks der Welt. Das britische Versorgungsschiff wurde am 26. Oktober 1941 von deutschen Heinkel He-111-Bombern versenkt, während es auf Nachschub für die britischen Streitkräfte in Nordafrika wartete. Im Bauch des Schiffes liegen bis heute BSA-Motorräder, Bedford-LKWs, Bren-Carrier-Fahrzeuge, Gewehre und Munition — eine Zeitkapsel des Zweiten Weltkriegs. Das Wrack liegt auf 18 bis 30 Metern Tiefe; der Besuchsdruck ist enorm, aber frühe Morgen-Tauchgänge bieten eine mystische Stimmung. AOWD empfohlen; Liveaboard oder Tagestour ab Sharm el-Sheikh.

2. Ras Mohammed Nationalpark, Sinai

Ras Mohammed an der Südspitze der Sinai-Halbinsel ist Ägyptens erster und berühmtester Nationalpark und ein legendäres Tauchgebiet. Die Riffe Shark Reef und Yolanda Reef sind für ihre dramatischen Wände bekannt: Shark Reef fällt auf über 1.000 Meter ab; das benachbarte Yolanda-Riff zeigt die Überreste der Yolanda — ein Frachtschiff, das 1980 in den Riff hineinfuhr. Im Frachtraum liegen noch heute Sanitärkeramik und Badewannen. Weiß- und Grauhaie sind regelmäßig; Napoleonfische, Adlerrochen und Thunfische frequentieren die Wände. AOWD empfohlen.

3. Blue Hole Dahab, Sinai

Das Blue Hole bei Dahab ist eines der berühmtesten, aber auch gefährlichsten Tauchziele der Welt. Der kreisrunde Sinkhole fällt von 5 Metern Tiefe steil auf über 110 Meter ab; der 'Arch' — ein Durchgang in der Wand bei 52 bis 56 Metern Tiefe — hat eine erschreckende Geschichte von Todesfällen. Für Sporttaucher bis 30 Meter ist das Blue Hole jedoch ein unbeschwerter und wunderschöner Ort: die Farbenpracht der Korallen in der Eingangszone und der dramatische Tiefenblick in das Blau sind unvergesslich. Kein Tauchgang unter 30 Metern ohne Tieftauchen-Zertifizierung; das Arch darf nur mit Technischen-Zertifikat und erfahrenen Guides betreten werden.

4. Brothers Islands (Al-Akhawein), Nördliches Rotes Meer

Die Brother Islands sind zwei einsame Felsnadeln mitten im Roten Meer, nur per Liveaboard erreichbar. Die senkrechten Wände fallen nahezu endlos ab und sind mit einem der dichtesten Gorgonien-Bewüchse des Roten Meers besetzt. Hammerhaien, Thresher-Haie und Weißspitzenhaie sind regelmäßige Besucher; auf dem Big Brother liegt zudem das Wrack der Aida II in 28 bis 70 Metern Tiefe. Die Strömungen können stark sein; AOWD mit Strömungserfahrung ist das Minimum. Beste Saison: Juni bis Oktober für Thresher-Haie.

5. Elphinstone Reef, Marsa Alam

Elphinstone ist eine langgezogene Korallen-Atoll-Nadel rund 20 Kilometer nördlich von Marsa Alam und gilt für viele Experten als der schönste Tauchplatz Ägyptens. Die vier Plateaus in 20 bis 30 Metern Tiefe und die vertikalen Wände bieten Gorgonien-Landschaften von atemberaubender Schönheit. Der berühmteste Aspekt ist die Begegnung mit ozeanischen Weißspitzenhaien — nicht mit dem harmlosen Rifftyp, sondern mit dem offenozeanischen Carcharhinus longimanus, der hier regelmäßig die Wände abstreift. AOWD Pflicht; Liveaboard oder Tagestour ab Marsa Alam; beste Monate September bis November.

6. Abu Nuhas Riff, Nördliches Rotes Meer

Abu Nuhas ist ein gefährliches Unterwasserriff mitten im Suez-Kanal-Einfahrtsbereich und hat vier bedeutende Wracks gefangen: die Carnatic (1869), die Giannis D (1983), die Kimon M (1978) und die Chrisoula K (1981). Jedes Wrack hat seinen eigenen Charakter; die Carnatic in 26 bis 30 Metern ist die älteste und schönste. Das Tauchen hier ist ausschließlich per Liveaboard sinnvoll; die Navigation über das Riff erfordert erfahrene Guides. AOWD; beste Saison Oktober bis Mai.

7. Hamada, Süd-Rotes Meer

Hamada ist ein Riffsystem nahe Marsa Alam, das für seine Delfin-Begegnungen bekannt ist: eine residente Schule von Tümmler-Delfinen hat das Riff als Heimatriff adoptiert und zeigt sich Tauchern regelmäßig. Daneben bieten die Korallen in 10 bis 25 Metern Tiefe exzellente Bedingungen; Napoleon-Fische, Klunzingers-Lippfische und bunte Papageienfische sind häufig. OWD ausreichend; Tagesausfahrt ab Marsa Alam. Beste Sicht Dezember bis April.

8. Zabargad (Zeberged), Fernes Süd-Rotes Meer

Die Insel Zabargad ist eine der entlegensten Destinationen des ägyptischen Roten Meers und nur per mehrtägigem Liveaboard erreichbar. Die Insel ist historisch bedeutsam als einzige Quelle des seltenen Minerals Peridot im Altertum; unter Wasser zeigen sich Sandbänke mit schlafenden Ammenhaien, Adlerrochen, Mantarochen und seltenen Blaupunktstachelrochen. Die Abgelegenheit bedeutet minimalen Tauchdruck; AOWD mit Liveaboard-Erfahrung. Beste Saison November bis März.

9. Shag Rock, Nördliches Rotes Meer

Shag Rock liegt nahe Ras Mohammed und ist ein weiterer Außenriff-Spot, der für starke Strömungen und pelagische Fauna bekannt ist. Hammerhaie frequentieren die Stelle morgens früh; Weißspitzenhaie kreisen in der Tiefe. Die Korallen auf dem Plateau bei 20 bis 25 Metern sind von guter Gesundheit; Tintenfische und Moränen verstecken sich in den Rissen. AOWD; Liveaboard oder Tagestour ab Sharm el-Sheikh; beste Bedingungen Oktober bis Mai.

10. Wadi Lahmy Hausriff, Marsa Alam-Region

Das Hausriff des Wadi Lahmy Resort im südlichen Roten Meer ist ein exzellentes Beispiel für die Qualität der Riffe in der Region Marsa Alam, die in den letzten Jahren deutlich an Popularität gewonnen hat. Das Riff beginnt in weniger als 100 Metern vom Steg entfernt; Dugongs sind in der Gegend bekannt für gelegentliche Erscheinungen. Mantarochen, Seeschlangen und leuchtend orangefarbene Gorgonien in 25 bis 35 Metern Tiefe machen jeden Tauchgang zu einem Erlebnis. OWD ausreichend für das Flachwasser; AOWD für die Wand.

Praktische Informationen

Ägypten ist ganzjährig tauchbar; die beste Zeit ist Oktober bis Mai, wenn die Temperaturen mild sind und die Sicht optimal. Im Sommer kann die Wassertemperatur auf fast 30 °C steigen — angenehm, aber die Sicht ist teils etwas reduziert. Sharm el-Sheikh und Hurghada sind die wichtigsten Basen für Nordroutes-Meer-Tauchgänge; Marsa Alam ist der Ausgangspunkt für die Südroutes-Meer-Highlights. Öffne die Karte, um alle kartierten Tauchplätze Ägyptens zu erkunden und den richtigen Liveaboard oder Tagesoperator zu finden.