Die 10 besten Tauchplätze in Ecuador
Ecuador ist in der Tauchwelt praktisch ein Synonym für die Galapagos-Inseln — und das aus gutem Grund. Das Archipel 1.000 Kilometer westlich des ecuadorianischen Festlands ist eines der artenreichsten Meeresgebiete der Erde. Hier treffen sich der kalte Humboldt-Strom aus dem Süden, der warme Panama-Strom aus dem Norden und tiefe ozeanische Auftriebsströmungen — das Ergebnis ist ein Nährstoffreichtum, der Megafauna in einer Dichte ermöglicht, die kein anderes Tauchdestination der Welt replizieren kann. Hammerhaie in Schulen von mehreren Hundert Tieren, Walhaie, Seekuh-ähnliche Meeresiguane, die an Algen rupfen, und Galapagos-Pinguine, die unter Wasser jagen — all das gehört zu einem regulären Galapagos-Tauchgang dazu.
1. Darwin Island, nördliche Galapagos
Darwin Island ist die nördlichste und für viele Taucher die aufregendste Insel des Archipels. Die Unterwasserstruktur besteht aus einem einzigen gewaltigen Felsblock mit senkrechten Wänden, die von 0 bis über 60 Meter fallen. An der Nordseite, bekannt als Darwin's Arch — inzwischen eingestürzt, der Felsblock liegt jetzt auf dem Meeresboden als neues Riff — konzentrieren sich die Hammerhai-Schulen, die Darwin berühmt gemacht haben. Walhaie, Mantarochen und Galapagos-Haie frequentieren die Wände. Starke Strömungen, Wassertemperatur teils unter 20 °C; ausschließlich per Liveaboard mit AOWD-Mindestrequisit.
2. Wolf Island, nördliche Galapagos
Wolf Island liegt nahe Darwin und gehört zum gleichen ozeanischen Hochsee-Ökosystem. Die Bedingungen sind ähnlich dramatisch: starke Strömungen, kaltes Wasser und eine Megafauna-Dichte, die Atemlosigkeit hinterlässt — diesmal buchstäblich. Die Hammerhai-Schulen, die morgens früh in den flacheren Bereichen um die Insel kreisen, sind ein Anblick, der in keinem Tauchertagebuch fehlen sollte. Der Unterschied zu Darwin: Wolf bietet auch eine Putzerstation für Walkhaie, an der diese regelmäßig von kleinen Lippfischen gereinigt werden. Liveaboard und AOWD Pflicht.
3. Gordon Rocks, Zentrale Galapagos
Gordon Rocks liegt nahe Santa Cruz, der bevölkertsten Insel des Archipels, und ist als Tagestour erreichbar — damit einer der wenigen Top-Spots, der keine Liveaboard-Buchung voraussetzt. Der 'Felsen' ist tatsächlich der Rest eines ehemaligen Vulkankraters; der kreisrunde Wall bildet ein natürliches Becken, in dem Hammerhaie sich sammeln. Die Strömungen in der Krateröffnung können extrem stark sein; Gordon Rocks gilt als eine der technisch anspruchsvollsten Tauchstellen der Galapagos. AOWD Minimum; viele Betreiber setzen 50 oder mehr Logbucheinträge voraus.
4. Kicker Rock (León Dormido), San Cristóbal
Kicker Rock — auf Spanisch León Dormido — ist eine der eindrucksvollsten Unterwasserformationen des gesamten Pazifiks: Zwei riesige Felsnadeln ragen 150 Meter aus dem Ozean, getrennt von einem schmalen Kanal, durch den Taucher hindurchschwimmen können. Galapagos-Haie, Weißspitzenhaie und gelegentliche Tigerhaie frequentieren den Kanal. Schulen von Eagle Rays ziehen durch die Öffnung; Schildkröten gleiten an den Wänden entlang. Tiefen bis 30 Meter; Strömungen mäßig bis stark je nach Gezeitenzustand. AOWD; Tagestour von San Cristóbal.
5. Punta Vicente Roca, Isabela Island
Punta Vicente Roca an der Nordküste von Isabela ist bekannt für seine mystische Atmosphäre: Das Wasser ist oft kalt — bisweilen unter 15 °C — und grün von Plankton; in der schwebenden Suppe treiben Mola-Mola-Mondfische und riesige Seepferdchen. Walhaie erscheinen zwischen Juni und September; Galapagos-Haie und Sechskiemen-Haie (eine sonst Tiefwasser-Art) sind in 25 bis 40 Metern anzutreffen. Empfindlicher Magen ist mitzubringen; die Felswände und der Unterwasserwald aus Algen sind spektakulär. AOWD; Liveaboard oder Tagestour möglich.
6. Bartolomé Island, zentrale Galapagos
Bartolomé ist als Fotomotiv einer der bekanntesten Blicke der Galapagos — Pinnacle Rock. Unter Wasser bietet die Insel exzellentes Tauchen mit einzigartigen Gaststieren: Galapagos-Pinguine jagen Sardinen in schnellen Runden; Seeadler-Rochen (Spotted Eagle Rays) schwimmen in Gruppen. Wassertemperatur variiert stark je nach Strömung — zwischen 18 °C und 26 °C — und ein dünner Nassanzug reicht in der Regel. Geeignet für OWD-Taucher mit etwas Erfahrung. Tagestour von Santa Cruz; beste Monate Mai bis November.
7. Champion Island, Floreana
Die kleine Insel Champion nahe Floreana bietet eine der besten Schnorchel- und Flachtaucherfahrungen des Archipels. Galapagos-Seelöwen sind allgegenwärtig und außerordentlich neugierig; sie nähern sich Tauchern auf Armeslänge und spielen in den flachen Bereichen. Schildkröten grasen am Seegras; bunte Kaiserfische schwimmen über den Korallen. Tiefe bis 20 Meter; OWD für alle Levels. Ideal als entspannter Ausgleich zu den anstrengenden Strömungstauchgängen an Darwin und Wolf.
8. Cousin's Rock, Santiago Island
Cousin's Rock ist ein kleiner Felsausläufer nördlich von Santiago, der für seine vertikalen Wände bekannt ist, an denen Riesengorgonien bis zu zwei Meter breit wachsen. Seehunde und Seeadlerrochen umkreisen die Felsspitzen; Hammerhaie sind hier häufig anzutreffen. Die Tiefe beträgt 15 bis 30 Meter; Strömungen sind mäßig und die Stelle ist etwas zugänglicher als Darwin und Wolf. AOWD empfohlen; beste Zeit September bis Februar.
9. Devil's Crown, Floreana
Devil's Crown ist ein weiteres eingestürztes Vulkankrater-Riff vor Floreana und bietet eine ähnliche Erfahrung wie Gordon Rocks — wenn auch kleiner und weniger berüchtigt. Die Wände im Inneren des Kraters sind mit Korallen überzogen; Galapagos-Haie und Adlerrochen halten sich innen auf, wenn die Strömungsbedingungen stimmen. Außen dominieren Weißspitzenhaie. OWD-Taucher können die flacheren Innenbereiche erkunden; für die Durchfahrt durch den Krateröffnung empfiehlt sich AOWD.
10. Fernandina – Punta Espinoza, Galapagos
Fernandina ist die jüngste und vulkanisch aktivste Insel der Galapagos, und Punta Espinoza ist der einzige zugängliche Landepunkt. Unter Wasser zeigt sich ein Panorama, das anderswo nicht vorstellbar ist: Meeresiguane, die in 5 bis 12 Metern Tiefe Rotalgen von Lavafelsen abweiden, begleitet von Galapagos-Pinguinen und Pelzrobben. Das Wasser ist kühl und nährstoffreich; Cornet-Fische, Hornhechte und Riesenbarrakudas sind zu sehen. OWD ausreichend; ausschließlich per Liveaboard.
Praktische Informationen
Die Galapagos sind ganzjährig tauchbar; die Saison mit wärmstem Wasser und bester Sicht liegt zwischen Januar und Mai. Die beste Zeit für Hammerhaie und Walhaie ist Juni bis Dezember, wenn der kältere Humboldt-Strom dominiert. Fast alle Hochseeorte der nördlichen Inseln sind nur über Liveaboard zugänglich; Buchungen mehrere Monate im Voraus. Nationalparkgebühren sind bei der Einreise fällig. Die Karte öffnen zeigt alle eingetragenen Galapagos-Tauchplätze mit genauen Koordinaten.