Die 10 besten Tauchplätze in Kuba
Kuba ist eines der letzten großen Tauchgeheimnisse der Karibik. Jahrzehntelange wirtschaftliche Isolation hat — unbeabsichtigt — die Korallenriffe des Landes vor dem Massentourismus bewahrt, der in der übrigen Karibik erhebliche Schäden angerichtet hat. Die Riffe Kubas sind stellenweise von einer Gesundheit und Dichte, die Taucher aus vermeintlich prominenteren Destinationen verblüfft. Dazu kommen historisch bedeutsame Wracks aus dem Spanisch-Amerikanischen Krieg und dem Zweiten Weltkrieg sowie eine außergewöhnliche Diversität an Haiarten. Die Wassertemperatur liegt fast das gesamte Jahr über zwischen 25 °C und 29 °C; die Sichtweiten in den klaren Karibikgewässern erreichen oft 30 Meter.
1. Jardines de la Reina, Provinz Ciego de Ávila
Jardines de la Reina — der Garten der Königin — ist Kubas mit Abstand berühmtestes Tauchziel und zurecht eine der am häufigsten zitierten Tauchdestinationen der Welt. Das Archipel aus über 600 Inseln und Riffen liegt 80 Kilometer vor der Südküste und ist nur per Liveaboard erreichbar. Die Riffe sind von außerordentlicher Gesundheit: Hirschhornkorallen, Elchgeweihe und Hirnkorallen bilden ein Riff, das in vielen anderen Teilen der Karibik längst verschwunden wäre. Seidenhaie, Weißspitzenhaie, Ammenhaie und Bullenhaie sind an bestimmten Spots erwartbar. OWD ausreichend; für Haifütterungs-Dives AOWD empfohlen. Saison November bis Juli.
2. María la Gorda, Provinz Pinar del Río
María la Gorda liegt an der Südwestspitze Kubas und ist der wichtigste organisierte Tauchstützpunkt des Landes mit einem eigenen Tauchzentrum direkt am Wasser. Die Riffe vor Ort fallen steil bis über 30 Meter ab und sind mit dichten Gorgonienwäldern und einer Vielzahl von tropischen Fischen bestückt. Seidenhaie sind regelmäßig an den Außenwänden anzutreffen; Schildkröten treten das gesamte Jahr über auf. Das Wasser ist hier durch die Nähe zur offenen Karibik außergewöhnlich klar — bis 35 Meter Sicht sind möglich. OWD ausreichend; beste Saison Dezember bis April.
3. Bahía de Cochinos (Bay of Pigs), Provinz Matanzas
Die Bucht der Schweine ist durch ein historisches Ereignis bekannt; unter Wasser erzählt sie eine andere Geschichte. Die Riffe entlang der steilen, felsigen Küste der Halbinsel Zapata fallen schnell in Tiefen von über 40 Metern ab. Die Gesundheit der Korallen ist bemerkenswert; die Abundanz von Barrakudas, Geißfischen und großen Schnapper-Schulen ist eindrucksvoll. Cueva de los Peces — eine Cenote-ähnliche Süßwasserhöhle, die direkt mit dem Meer verbunden ist — bietet ein einzigartiges Taucherlebnis in gemischtem Salz-Süßwasser. OWD ausreichend; ideale Reisezeit Dezember bis Mai.
4. Cueva de los Peces, Bahía de Cochinos
Cueva de los Peces ist eine tiefe Meerwasserhöhle nahe Playa Girón, die über eine natürliche Öffnung am Rand der Landstraße zugänglich ist. Die Höhle reicht bis in eine Tiefe von über 70 Metern; die oberen 20 Meter sind für zertifizierte Taucher zugänglich. Das Wasser ist kristallklar und dunkel; Taschenlampen sind Pflicht. Tropische Fische drängen sich in der Eingangszone; tropische und Süßwasserarten koexistieren in der Übergangzone zwischen Salz- und Süßwasser. OWD für die Eingangszone; Kavern- oder Höhlentauchausbildung für tiefere Erkundungen.
5. Playa Girón, Riffe und Cenotes
Playa Girón selbst liegt am östlichen Rand der Bahía de Cochinos und bietet mehrere Tauchgänge direkt vom Ufer aus. Neben der Cueva de los Peces gibt es weitere submarine Gänge und Höhleneingänge in der Küstenlinie, die zusammen ein ganztägiges Programm ermöglichen. Die Riffe vor dem Strand fallen schnell auf 25 bis 30 Meter ab und zeigen gesunde Korallen mit guter Fischwelt. Das Centro de Buceo Punta Perdiz bietet Führungen und Ausrüstungsverleih. OWD mit Kaverentauchen-Interesse ideal.
6. Havana Wracks, Nordküste
Vor Havana liegen mehrere Wracks aus verschiedenen Epochen — darunter Reste von Schiffen aus dem Spanisch-Amerikanischen Krieg von 1898. Taucher mit Interesse an Geschichte können die Überreste der USS Maine erkunden, die am 15. Februar 1898 in Havanas Hafen explodierte und den Krieg auslöste. Der Rumpf liegt auf relativ flachem Grund zwischen 10 und 25 Metern. Sicht in der Nähe des Hafens ist variabel; auf den Außenriffen vor Havana hingegen exzellent. Club Náutico und Octopus Club bieten organisierte Ausfahrten. OWD ausreichend.
7. Cayo Coco und Cayo Guillermo, Provinz Ciego de Ávila
Die Cays nördlich des Zuckerrohr-Gürtels Kubas haben in den letzten Jahren als Tauchdestination an Bekanntheit gewonnen. Die Riffe vor Cayo Coco zeigen artenreiche Korallentürme mit Sichtweiten bis 25 Meter. Schildkröten, Stachelrochen und Schulen von Atlantischen Spadefish sind häufig. Für Durchschneitstaucher ist die Region zugänglich und gut organisiert; mehrere Hotels haben eigene Tauchoperationen. OWD ausreichend; beste Zeit November bis April.
8. Santiago de Cuba Wracks, Ostküste
Vor Santiago de Cuba, der Hauptstadt der Ostprovinz, liegen Reste der spanischen Flotte, die am 3. Juli 1898 von der US-Marine vernichtet wurde. Das Wrack der Cristóbal Colón ist das bekannteste und liegt in 12 bis 20 Metern Tiefe — gut zugänglich, historisch bedeutsam und mit einem üppigen Korallenaufwuchs versehen, der das Stahl-Wrack über mehr als ein Jahrhundert in ein künstliches Riff verwandelt hat. Die Sicht im Sommer kann schwankend sein; beste Bedingungen November bis April. OWD ausreichend.
9. Club de Buceo Laguna de Maya, Provinz Mayabeque
Die Laguna de Maya südlich von Havana ist ein kaum erkundetes Tauchziel in ruhigem Lagunenwasser. Kalme Bedingungen, geringe Tiefen und ein vergleichsweise lebhaftes Innenleben machen den Platz für Kurs-Tauchen und Refresher-Dives interessant. Seenadeln, Langusten und tropische Riffbarsche sind anzutreffen. Das Tauchen hier ist entspannt; die fehlende Infrastruktur außerhalb der Basis setzt etwas Eigenorganisation voraus. OWD für alle Altersgruppen geeignet.
10. Punta Francés, Isla de la Juventud
Punta Francés auf der Insel der Jugend gilt unter kubanischen Einheimischen als einer der schönsten Flecken der Karibik. Nur per Boot oder kleinem Flugzeug erreichbar, versprüht der Platz einen Hauch Abgeschiedenheit. Die Riffe fallen in Tiefen bis 30 Meter ab und zeigen einen außergewöhnlichen Artenreichtum: Gorgonien, Hirnkorallen, Pfauenbarsche und große Stachelrochen sind garantiert. Die Sichtweite erreicht regelmäßig 25 bis 30 Meter. OWD ausreichend; beste Zeit November bis April.
Praktische Informationen
Kuba ist das gesamte Jahr über tauchbar; die beste Saison liegt zwischen November und April, wenn die Wirbelstürme ausbleiben und das Wasser klarer ist. Jardines de la Reina ist ausschließlich per Liveaboard erreichbar; Buchungen müssen mehrere Monate im Voraus erfolgen, da das System reglementiert und die Kapazitäten begrenzt sind. Einreisebestimmungen für Staatsangehörige verschiedener Länder können komplex sein — aktuelle Informationen vor der Reise einholen. Öffne die Karte, um alle kartierten Tauchplätze Kubas zu sehen.