Die 10 besten Tauchplätze in Vietnam
Vietnam besitzt eine über 3.000 Kilometer lange Küstenlinie im Südchinesischen Meer sowie vor den Inseln, und doch ist das Land als Tauchziel bei Europäern immer noch ein Geheimtipp. Nha Trang ist das bekannteste Zentrum, aber auch Phu Quoc, Con Dao und die Cham-Inseln bieten ausgezeichnetes Tauchen in warmen, artenreichen Gewässern. Die Sichtweite ist saisonabhängig — von ganzjährig hervorragend bis durch Monsuntrübung eingeschränkt — weshalb die Wahl des richtigen Reisezeitpunkts entscheidend ist.
1. Nha Trang, Zentralvietnam
Nha Trang ist Vietnams ältestes und bekanntestes Taucherparadies. Die Bucht ist von einer Kette kleiner Inseln umgeben, vor denen zahlreiche Riffe in Tiefen von 5 bis 25 Metern liegen. Weichkorallen, Büschelkorallen und hartkorallenbestandene Felsböden beherbergen Zackenbarsche, Tintenfische, Mantelschnecken und Riff-Haie. Lokale Basen wie Angel Dive und Rainbow Divers bieten PADI-Kurse und Tagesausflüge. Beste Saison: März bis September.
2. Hon Mun Marine Protected Area, Nha Trang
Hon Mun ist eine ausgewiesene Meeresschutzzone vor Nha Trang und gilt als einer der artenreichsten Tauchplätze Vietnams. Auf einem relativ kleinen Gebiet wurden über 350 Korallen- und mehr als 200 Fischarten registriert. Die Felsböden sind steil und strukturreich, mit Überhängen und kleinen Höhlen. Tiefe: 6–25 Meter. Sicht: 10–20 Meter. Für Open Water und Advanced Diver geeignet.
3. Con Dao-Inseln, Südvietnam
Con Dao liegt rund 180 Kilometer südöstlich von Ho-Chi-Minh-Stadt und ist das best gehütete Geheimnis des vietnamesischen Tauchens. Der Nationalpark schützt eines der artenreichsten Unterwasserökosysteme Südostasiens. Schildkröten-Nistplätze, Dugongs und Mantas wurden hier gesichtet. Die Infrastruktur ist begrenzt, aber wachsend. Beste Saison: November bis April. Anreise per Inlandsflug oder Schnellboot von Vung Tau.
4. Cham-Inseln (Cù Lao Chàm), Zentralvietnam
Die Cham-Inseln nahe Hoi An wurden 2009 als UNESCO-Biosphärenreservat anerkannt. Die Riffe sind weniger touristisch überlaufen als in Nha Trang und zeigen entsprechend intaktere Korallen. Riffhaie, Schildkröten und Schwärme von Streifenbarben sind typische Begegnungen. Tiefe: 5–20 Meter. Sicht: 10–15 Meter. Saison: April bis September, da in der Monsunzeit (Oktober bis März) Bootsfahrten eingestellt werden.
5. Phu Quoc, Golf von Thailand
Phu Quoc ist Vietnams bekannteste Ferieninsel und bietet Tauchen in türkisblauem, ruhigem Wasser mit Sichtweiten bis 20 Metern. Die Riffe rund um An Thoi im Süden der Insel sind die besten: hartkorallenbestandene Flachriffe mit Papageienfischen, Kofferfischen und gelegentlich Pfauenaugen-Rochen. Saison: November bis April, wenn der Nordostmonsun das Wasser klar und ruhig hält.
6. Turtle Dive Site, Nha Trang
Der Turtle Dive Site ist ein beliebter Spot vor Nha Trang, der seinen Namen zu Recht trägt: Grüne Meeresschildkröten (Chelonia mydas) rasten hier regelmäßig auf dem flachen Korallengrund in 8–15 Metern Tiefe. Ruhige Strömungen und gute Sicht machen den Platz für Einsteiger ideal. Die nahe gelegenen Korallenblöcke sind reich an Anemonenfischen, Putzerlippfischen und kleinen Muränen.
7. Scuba Dive Center, Hoi An-Region
Die Tauchbasis Scuba Dive nahe Hoi An organisiert Ausflüge zu den Cham-Inseln und bietet lokales Wissen, das unerlässlich ist, wenn man die besten Spots zu Zeiten guter Sicht erreichen möchte. Die Guides kennen Papageienfisch-Brutplätze, Verstecke von Tintenfischen und die wenigen verbliebenen Stellen mit vitalen Steinkorallen in der Region.
8. Rainbow Divers, Nha Trang
Rainbow Divers ist Vietnams bekanntestes Dive Center mit mehreren Standorten im Land. Nha Trang ist das Hauptquartier, und die professionelle Operation bietet Kurse von Discover Scuba bis Divemaster sowie Liveaboard-Touren zu abgelegeneren Riffen. Ihre Boote fahren regelmäßig zu Hon Mun, Hon Mot und Moray Beach, wo die Biodiversität am höchsten ist.
9. Binh Ba Island, Cam Ranh-Bucht
Binh Ba liegt in der Cam Ranh-Bucht, südlich von Nha Trang, und ist weniger besucht als andere Plätze. Die Riffe sind flacher — überwiegend 5–12 Meter — aber besonders für Makro-Fotografie interessant. Harlekingarnelen, Feuerfische und kleine Nacktschnecken-Arten wurden hier dokumentiert. Aufgrund fehlender Taucherinfrastruktur auf der Insel selbst ist eine Organisation vom Festland aus nötig.
10. Phu Quoc Südriffe, Ankerbucht
Das Riff-System südlich von Phu Quoc rund um die Inseln Hon Thom, Hon Dua und Hon Roi gehört zu den am besten erhaltenen Vietnams. Schelfkanten in 15–22 Metern Tiefe zeigen dichte Weichkorallenbestände und beherbergen Schwärme von Rotfeuerfischen, Zackenbarsche und Adlerrochen. Lokale Longtail-Boote bringen Taucher auf Anfrage heraus, am besten in Kombination mit einem Guide von Phu Quoc Dive Center.
Praktische Hinweise
Vietnam hat kein einheitliches Tauchfenster — die beste Zeit variiert je nach Region. Nha Trang und die Cham-Inseln sind von März bis September gut; Phu Quoc von November bis April. Direkte Flüge nach Ho-Chi-Minh-Stadt, Hanoi und Da Nang sowie Anschlussflüge nach Nha Trang und Phu Quoc sind von Europa über Drehkreuze in Singapur, Bangkok oder Kuala Lumpur verfügbar. Öffne die Karte, um alle verzeichneten Tauchplätze entlang der vietnamesischen Küste zu erkunden.