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Die 10 besten Tauchplätze im Vereinigten Königreich

Britisches Tauchen verlangt dem Taucher einiges ab: kaltes Wasser, begrenzte Sicht und Gezeiten, die ohne Strömungskenntnis ein Tauchgang zur gefährlichen Angelegenheit machen. Was das Vereinigte Königreich dafür bietet, ist einmalig: einige der spektakulärsten Wrackkonzentrationen Europas, Robben, die Taucher aktiv suchen, Kelp-Wälder von der Grösse kleiner Urwälder und eine Geschichte des Schiffsverkehrs, die in keiner anderen europäischen Meereslandschaft so greifbar ist. Wassertemperaturen liegen in schottischen Gewässern ganzjährig zwischen 8 und 14 Grad; im Süden und um die Kanalinseln zwischen 12 und 19 Grad. Ein 7-mm-Nassanzug oder Trockenanzug ist je nach Region Pflicht.

1. Scapa Flow, Orkney

Scapa Flow ist für Wracktaucher das bedeutendste Tauchdestination Europas. In der natürlichen Meeresbucht nördlich des schottischen Festlands versenkten deutsche Marineangehörige 1919 die kaiserliche Hochseeflotte, um sie nicht in alliierte Hände fallen zu lassen – 52 Schiffe sanken an einem einzigen Tag. Noch immer liegen sieben Schlachtschiffe und Kreuzer in Tiefen zwischen 12 und 45 Metern und bieten Wracktauchgänge von unvergleichlichem historischen Gewicht. Advanced Open Water Pflicht; Wrack-Specialty empfohlen. Beste Saison: Mai bis September.

2. Farne Islands, Northumberland

Die Farne Islands vor der Küste Northumberlands sind das beste Seeschellen-Taucherlebnis Grossbritanniens. Hunderte Kegelrobben leben auf den Inseln und im Wasser – und viele sind ausgesprochen spielfreudig mit Tauchern. In 8 bis 18 Metern Tiefe tummeln sich Robben um Taucher herum, spielen Fangfaden mit Schläuchen und nähern sich bis auf Armeslänge. Das Wasser ist kalt, 8 bis 12 Grad, und Trockentauchanzug ist empfohlen. Tauchboote fahren von Seahouses. Beste Zeit: Mai bis September.

3. Vivian Quarry, Wales

Vivian Quarry liegt im Snowdonia National Park bei Llanberis und ist einer der ungewöhnlichsten Tauchplätze Grossbritanniens: ein ehemaliger Schieferbruch, gefüllt mit glasklarem Süsswasser. Die steilen Granitwände fallen auf 20 bis 25 Meter ab und bieten faszinierende Industrieruinen – Schienenschienen, Wagonräder und alte Steinbruchmaschinen unter Wasser. Sicht bis zu 15 Meter, kaum Strömung. Ideal für Open-Water-Taucher und alle, die klares Süsswassertauchen erleben wollen. Ganzjährig zugänglich, Neopren-Nassanzug ausreichend im Sommer.

4. Stoney Cove, Leicestershire

Stoney Cove ist das beliebteste Ausbildungsgewässer Englands, ein künstlicher Tauchsee in den Midlands mit mehreren versenkten Attraktionen: ein Flugzeug, ein Hubschrauber, ein Schiff und diverse Strukturen für Ausbildungszwecke. Die Sicht ist variabel, 2 bis 8 Meter, das Wasser kalt. Für Tauchschüler ist Stoney Cove praktisch unvermeidlich; für erfahrene Taucher bietet es schnelle und unkomplizierte Tauchgänge ohne Zeitaufwand für Bootsfahrten. Open Water tauglich. Ganzjährig in Betrieb.

5. HMS Scylla, Plymouth Sound

HMS Scylla war eine britische Fregatte der Royal Navy, die 2004 absichtlich als künstliches Riff vor der Küste Cornwalls versenkt wurde. Das Wrack liegt in 26 Metern Tiefe und ist bereits dicht mit Seeleben bewachsen: Dorsch, Streifenbarbe und Seezunge bevölkern die Gänge. Advanced Open Water empfohlen wegen der Tiefe und der Strömungen im Plymouth Sound. Einer der zugänglichsten Meerswracks Englands, da von Plymouth per Tagesboot erreichbar.

6. Mull, Schottland

Um die Insel Mull in den Inner Hebrides haben Taucher in den vergangenen Jahren immer mehr spektakuläre Tauchorte entdeckt. Das Wrack der SS Shuna, Muränen in ungewöhnlicher Grösse und grosse Krebspopulationen zeichnen die Unterwasserwelt aus. An warmen Sommertagen erreicht das Wasser 14 Grad, im Winter sinkt es auf 8 Grad. Für Kaltwasser-Spezialisten bietet Mull eine Kombination aus Wracks, Grotten und Kelp-Wäldern, die kaum getaucht werden. Advanced empfohlen.

7. Pentland Firth, Schottland

Zwischen dem Festland und den Orkney-Inseln erzeugt der Pentland Firth die stärksten Gezeitenströmungen der britischen Inseln. Dieses Tauchen ist nichts für Ungeübte – aber bei genauer Strömungsplanung am Tidenwechsel entstehen kurze Fenster mit moderater Strömung, in denen die Meeresfauna beeindruckend präsent ist: Riesenkrabben, Hummer, Dreizehenmöwen-Taucher (in englisch Common Guillemot) unter Wasser beim Fischen. Nur für sehr erfahrene Taucher mit Guide.

8. Lundy Island, Bristol Channel

Lundy ist Englands erstes ausgewiesenes Meeresschutzgebiet und beherbergt eine erstaunliche Tierwelt für britische Verhältnisse: Seelöwen-Robben, Glasaale, zahlreiche Nacktschnecken-Arten und grosse Bestände an Kelp. Die Strömungen im Bristol Channel können erheblich sein, aber um Lundy gibt es windgeschützte Buchten mit mäßiger Strömung. Open Water tauglich in ruhigen Bereichen. Bootsfahrt ab Bideford. Beste Zeit: Mai bis September.

9. D1, Dorset

D1 ist ein Wrack vor der Küste Dorsets – ein britisches U-Boot aus dem Ersten Weltkrieg, das in 30 bis 35 Metern Tiefe liegt. Es ist noch intakt genug, um die charakteristische Form klar zu erkennen, und bietet spektakuläre Kontraste zwischen der schlanken Silhouette und dem Bewuchs aus Seeanemonen und Korallen. Advanced Open Water Pflicht; das Tauchen im Kanal erfordert gute Strömungsplanung. Tagesboote fahren von Weymouth.

10. St. Abbs und Eyemouth, Schottland

St. Abbs Head vor der südöstlichen Küste Schottlands ist ein Marine Nature Reserve und eines der artenreichsten Kaltwasser-Riffe Nordeuropas. Felswände bedeckt mit Anemonen, Seescheiden und Kelp fallen auf 20 bis 30 Meter ab. Grosse Mengen an Dorsch und Wittling, Seenebel und Muränen. Besonders bekannt für seine ausserordentliche Dichte an Schlangensternsternen (Ophiura ophiura) auf dem Grund. Open Water tauglich. Bootsverleih und Führungen über den örtlichen Tauchclub.

Praktische Informationen

Britisches Tauchen braucht Vorbereitung: Strömungsanalyse, Wetterplanung und adäquater Tauchanzug sind nicht optional. Die meisten Tauchbasen verleihen Trockentauchanzüge und geben Kurse dafür. Scapa Flow-Trips bucht man am besten über spezialisierte Liveaboard-Anbieter in Stromness; für die Farne Islands genügt ein Tagesbesuch von Seahouses aus. Öffne die Karte, um alle eingetragenen Tauchplätze in Grossbritannien mit genauen Koordinaten zu durchsuchen.