Die 10 besten Tauchplätze in Südkorea
Südkorea ist in der westlichen Tauchwelt wenig bekannt, bietet aber eine faszinierende Mischung aus gemäßigtem Marineökosystem, einzigartiger Tauchkultur und überraschend vielseitigen Unterwasserlandschaften. Das Herzstück ist Jeju Island, eine subtropische Vulkaninsel vor der Südküste mit Lavafelsen, Gorgonien-Wäldern und dem legendären Erbe der Haenyeo — der traditionellen Taucherinnen, die seit Jahrhunderten ohne Ausrüstung bis zu dreißig Metern abtauchen. Das Festland bietet Tauchgänge in der Ostküste mit Laminaria-Kelp-Wäldern und der Westküste mit flachen Schlickgebieten und Seegraswiesen. Wer abseits der Asia-Tauchrallyes nach Authentizität sucht, findet in Südkorea ein lohnendes Ziel. Erkunde die Tauchplätze auf der Karte.
1. Seogwipo, Jeju Island — Südküste
Seogwipo auf der Südseite von Jeju Island ist das Zentrum des Jeju-Tauchens. Vor der Küste liegen Lavafelsen-Formationen, die in Tiefen von fünf bis dreißig Metern reichen und von subtropischen Fischarten bevölkert werden. Kleine Weißspitzenriffhaie, Mantarochen und Adlerrochen sind zwischen März und November regelmäßig zu beobachten. Die Unterwasserströmungen können stark sein; AOW-Niveau und Strömungserfahrung empfohlen. Wassertemperatur: 14 bis 26 Grad je nach Saison. Sicht: zehn bis fünfundzwanzig Meter.
2. Munseom (Moon Island), Jeju
Munseom ist eine kleine Felseninsel vor Seogwipo, und der Tauchgang um ihre Basis ist einer der spektakulärsten auf Jeju. Die Lavafelsen bilden Bögen, Tunnel und senkrechte Wände; Gorgonien überziehen die schattigen Seiten, und Schulen von Makrelen kreisen um die Felskuppen. Besonders berühmt: der Tunnel von Munseom, ein begehbarer Durchgang durch den Fels auf zwölf bis siebzehn Metern Tiefe. Mäßige bis starke Strömung; ab AOW-Niveau.
3. Haenyeo-Gewässer, Jeju
Die traditionellen Tauchgebiete der Haenyeo sind überwiegend die Flachwasserzonen rund um Jeju, wo die Taucherinnen auf Abalone, Meeresschnecken und Seeigel abtauchen. Sporttaucher können diese Gebiete unter Begleitung lokaler Tauchschulen erkunden. In vier bis zwanzig Metern Tiefe finden sich Abalone-Kolonien, Seesterne in großer Zahl und die charakteristischen Laminaria-Algen-Wälder. Das Erleben dieser Unterwasservelt, die zugleich Werkzeug und Lebensraum einer einzigartigen Kulturpraxis ist, hat einen eigenen emotionalen Wert.
4. Jeju Underwater Caves, Südküste
Jeju ist vulkanischen Ursprungs, und dieser Ursprung schuf unter Wasser Lavaröhren und Höhlen, die für Höhlentaucher von besonderem Interesse sind. Die Udo-Insel östlich von Jeju beherbergt mehrere Unterwasserhöhlen in vier bis fünfzehn Metern Tiefe, die mit Cavern-Ausbildung erkundbar sind. Das Licht, das durch die Höhlenöffnungen fällt, ist für Unterwasserfotografen ein bevorzugtes Motiv.
5. Seoguipo Seaworld, Jeju
Ein künstliches Riff-Projekt südlich von Seogwipo hat über die Jahre eine beachtliche Biodiversität entwickelt. Versunkene Kunstobjekte und Betonstrukturen sind vollständig mit Korallen, Schwämmen und Muscheln bewachsen; zahlreiche Fischarten haben das Kunstwerk als Heimat angenommen. Tiefe: fünf bis fünfzehn Meter. Ideal für Anfänger und Unterwasserfotografen. Kein besonderer Ausrüstungsbedarf; Neoprenanzug fünf Millimeter empfohlen.
6. Eastcoast Kelp Forests, Sokcho
Die Ostküste um Sokcho nördlich von Gangneung beherbergt ausgedehnte Laminaria-Kelpwälder, die je nach Jahreszeit bis auf vierzig Meter Tiefe reichen. Im Winter, wenn das Wasser auf 10 bis 12 Grad abkühlt, stehen die Kelp-Algen aufrecht und dicht; Kabeljau, Pollack und Seescheiden siedeln in den Lücken. Trockenanzug oder dicker Neopren notwendig; erfahrene Kaltwassertaucher finden hier ein seltenes Ökosystem, das an den Kelp-Wäldern Neuseelands oder Kanadiens erinnert.
7. Geoje Island, Südküste
Geoje Island östlich von Busan ist ein Industriestandort (Schiffsbau) mit überraschend guten Tauchbedingungen in den geschützten Buchten. Historische Wracks aus dem Koreakrieg liegen in Tiefen von zehn bis dreißig Metern; einige sind für interessierte Wractaucher zugänglich. Das Riff um Okpo-ri bietet Gorgonien und Seearme in Tiefen von fünf bis zwanzig Metern, gelegentlich Engelhai-Sichtungen im Winter (Januar bis März).
8. Jeju Outer Reefs, Westküste
Die Westriffe von Jeju, südlich von Hallim, sind weniger besucht als die Seogwipo-Spots, bieten aber hervorragende Strömungstauchgänge entlang von Riffkanten in Tiefen von fünfzehn bis vierzig Metern. Hammerhaie werden in der warmen Jahreszeit (Juli bis Oktober) gelegentlich gemeldet; die pelagische Fauna ist vielfältig. Nur für erfahrene Taucher mit Strömungsdiving-Zertifizierung; Liveaboard oder chartered Tauchboot notwendig.
9. Tongyeong, Hallyeo Maritime National Park
Der Hallyeo Nationale Meerespark zwischen Busan und Yeosu bietet in seinen geschützten Buchten Tauchen in zehn bis zwanzig Metern Tiefe mit Schwerpunkt auf Wirbellosen. Japanische Kurzkrabbe, Einsiedlerkrebse, Seescheiden und Nacktschnecken-Arten sind reichlich vertreten; die Sicht ist oft durch Planktonblüten gemindert, aber der Tauchgang lohnt sich für Makrointeressierte. Am besten von September bis November, wenn die Planktonblüten abflauen.
10. Ulleungdo, Ostmeer
Ulleungdo ist eine isolierte Vulkaninsel weit draußen im Ostmeer (Japanisches Meer), 130 Kilometer östlich der Festlandküste. Das Wasser ist klarer als an der Küste (Sicht bis dreißig Meter), und die vulkanischen Unterwasserformationen erinnern an Jeju, sind aber menschenleerer. Gorgonien und leuchtend rote Seenelken überziehen die Felswände ab fünfzehn Metern. Reguläre Fähren fahren von Pohang; eine Reise hierher lohnt sich für Taucher, die das abgelegene Südkorea erleben wollen.
Praktische Hinweise
Die beste Tauchsaison in Südkorea ist September bis November und März bis Mai — moderatere Temperaturen, bessere Sicht und weniger Planktonblüten als im Sommer. Im Winter ist Tauchen möglich, erfordert aber Trockenanzug (Wassertemperaturen unter 15 Grad im Norden). Jeju Island ist per Flug oder Fähre von Busan und Mokpo erreichbar. Tauchbasen in Seogwipo bieten Ausrüstung und geführte Touren; Englischkenntnisse sind vorhanden, aber begrenzt. Alle Tauchplätze auf der Karte.