Die 10 besten Tauchplätze in Myanmar
Myanmar ist eines der letzten Gebiete des Indopazifik, in dem Taucher noch auf wirklich unberührte Riffe treffen. Der Mergui-Archipel im Süden des Landes – eine Ansammlung von über 800 Inseln in der Andamanensee – ist mangels Infrastruktur jahrzehntelang von der Außenwelt abgeschnitten geblieben und gehört deshalb zu den biologisch reichhaltigsten Meeresregionen der Welt. Die Burma Banks, eine Reihe von Unterwasser-Atollen 80 bis 100 Kilometer vor der Küste, sind nur per Liveaboard erreichbar und garantieren Begegnungen mit Walhaien, Manta-Rochen und Schulen von Hammerhaien. Die Saison ist kurz – November bis Mai – aber intensiv.
1. Black Rock, Mergui-Archipel
Black Rock ist der bekannteste und aus Tauchersicht dramatischste Einzelpunkt im Mergui-Archipel. Das isolierte Riff ragt an der Oberfläche kaum 2 Meter aus dem Wasser, fällt aber steil auf 40 Meter ab. Riesenmantarochen (Manta birostris) erscheinen hier regelmäßig an Reinigungsstationen in 10 bis 18 Metern Tiefe; Walhaie wurden saisonal in offenen Passagen gesichtet. Silberspitzen-Haie und Graue Riffhaie patrouillieren die Wände. Starke Strömungen sind normal; Advanced-Niveau und Drift-Erfahrung notwendig. Nur per Liveaboard ab Kawthaung oder Ranong.
2. Western Rocky
Western Rocky ist eine weitere Unterwasserformation im nördlichen Mergui-Archipel mit besonders kompaktem Riffsystem. Die Unterwasserlandschaft besteht aus Säulen, Bögen und Felsspalten in 10 bis 30 Metern Tiefe. Leopardenhaie schlafen tagsüber in Überhängen; Thunfisch-Schulen jagen im offenen Wasser vor dem Riff. Der Korallenbewuchs ist exzellent; Hartkoral-Tische bis zu 3 Metern Durchmesser sind keine Seltenheit. Strömungen wechselnd; Advanced empfohlen. Ganzjährig Liveaboard-Zugang von Oktober bis Mai.
3. Burma Banks – Rainbow Ledge
Die Burma Banks sind eine Gruppe flacher Unterwasser-Atolle rund 90 Kilometer vor der Küste, die bei Tauchern wegen der extremen Fischkonzentrationen berühmt sind. Rainbow Ledge ist das bekannteste Atoll; hier sammeln sich in 10 bis 20 Metern Tiefe Walhaie, manchmal mehrere gleichzeitig. Das Wasser ist außerordentlich klar (Sicht bis 35 Meter). Silberhaie, Thunfische und Barrakuda-Schulen sind permanent präsent. Ausschließlich per Liveaboard erreichbar; Fahrt von Kawthaung dauert 8 bis 10 Stunden. Advanced bis Divemaster; offenes Ozean-Tauchen erfordert Erfahrung.
4. Shark Cave, Mergui-Archipel
Shark Cave ist eine Unterwasserformation im zentralen Mergui-Archipel, benannt nach den Leopardenhaien (Stegostoma fasciatum), die sich tagsüber in der Höhlenöffnung zusammenfinden. Die Grotte beginnt bei 12 Metern und öffnet sich auf eine Sandfläche in 20 bis 22 Metern, auf der regelmäßig vier bis acht Leopardenhaie friedlich zusammenliegen. Weitere Bewohner: Geisterpfeifenfische, Fetzenfische und Drückerfische an den Riffwänden. Der Einstieg in die Grotte ist technisch nicht anspruchsvoll; Advanced empfohlen. Liveaboard-Stop auf Südrouten.
5. Richelieu Rock, Mergui-Archipel
Richelieu Rock liegt nahe der thailändischen Grenze und wird oft von Liveaboards aus Thailand und Myanmar gemeinsam angefahren. Das herzförmige Riff bietet auf 5 bis 35 Metern Tiefe eine außergewöhnliche Kleintier-Fauna: Nacktkiemer, Harlekingarnelen, Seepferdchen und Gespensterfischmännchen – ein Paradies für Makro-Fotografen. Gleichzeitig erscheinen von Februar bis April Walhaie mit hoher Zuverlässigkeit. Strömungen können stark sein; Drifterfahrung empfohlen. Advanced; eines der am häufigsten getauchten Riffe im Bereich.
6. North Twin Island, Burma
North Twin Island ist eines der abgelegensten bewohnten Inseln des Archipels und bietet Riffe, die kaum Tauchdruck kennen. Die Wände fallen auf 40 Meter ab; Napoleonfische der maximalen Körpergröße, Schulen von Großkopfthunfischen und Wimpelfisch-Kolonien sind charakteristisch. Auf den flachen Plateaus in 5 bis 15 Metern: Schildkröten der Suppenschildkröte und Hawksbill. Advanced bis Divemaster für Außenwände; Open Water für Plateaus. Strömungen oft stark; nur Liveaboard.
7. South Twin Island
South Twin Island bildet mit North Twin ein Insel-Paar und besitzt andere Unterwasserpersönlichkeit: ruhigere Strömungen, flachere Riffe und dichtere Hartkorallen-Gärten. Besonders bekannt für Flachwassertauchgänge mit zahlreichen Putzerstationen – Napoleonfische und Adlerrochen lassen sich reinigen. Mantarochen erscheinen in der Strömungsrinne zwischen den Inseln. Open Water bis Advanced; guter Einstiegspunkt für Taucher, die im Liveaboard die erste Erfahrung mit Aussenriff-Driften sammeln.
8. Mergui Town – Wrack-Tauchen
In der Bucht vor der historischen Stadt Mergui liegen Überreste alter Holzschiffe und eines kleinen Stahldampfers aus dem frühen 20. Jahrhundert in 12 bis 20 Metern Tiefe. Diese Wracks sind lokal bekannt, aber international kaum dokumentiert. Die Strukturen sind von Seescheiden und Weichkorallen besiedelt; Muränen und Zackenbarsche haben sich eingerichtet. Tagesausflüge von Mergui möglich – eine der wenigen Möglichkeiten für Nicht-Liveaboard-Tauchen in Myanmar. Open Water ausreichend; Sicht 10 bis 20 Meter.
9. Three Islets, Hin Muang Zone
Three Islets liegt im Bereich des Hin-Muang-Riff-Komplexes an der Grenze zu Thailand und bietet drei nah beieinanderliegende Felsformationen mit Kanälen, Bögen und Durchgängen. Die Riffe reichen auf 30 bis 35 Meter; in den Kanälen zwischen den Felsen sammeln sich Barrakudas, Thunfische und häufig Riffhaie. Die Korallen auf den exponierten Außenseiten sind von außergewöhnlicher Dichte. Advanced; Strömungen durch die Engpässe können sehr stark werden – Timing mit dem Gezeitenstand essenziell.
10. Chumphon Pinnacle-Äquivalent Myanmars – Diamond Islet
Diamond Islet im nördlichen Mergui ist ein einzelner Felsturm, der von 5 bis 40 Meter reicht und von Strömungen gestrichen wird. Whitetip-Riffhaie kreisen um den Turm; Großkopfthunfische jagen auf der strömungsabgewandten Seite. Die Korallen-Bedeckung ist hoch, mit Gorgonien-Fächern bis zu 2 Metern. Advanced; die Strömungsseite ist nur bei abgeflautem Wasser betauchbar. Liveaboard-Stop auf Nordrouten.
Praktische Informationen
Die Tauchjahreszeit in Myanmar ist November bis Mai, wenn der Nordostmonsun die Andamanensee beruhigt. Von Juni bis Oktober ist die See durch den Südwestmonsun unzugänglich. Liveaboards starten von Kawthaung im südlichen Zipfel Myanmars oder von Ranong in Thailand, 15 Minuten Bootsfahrt über die Grenze. Flüge nach Yangon und Verbindungsflug nach Kawthaung dauern von Europa mit Zwischenstopp rund 16 Stunden. Alle Liveaboard-Routen, von kurzen Drei-Nacht-Trips bis zur Zwei-Wochen-Burma-Banks-Expedition, sind auf der Karte öffnen mit den relevanten Tauchplätzen dokumentiert.