Die 10 besten Tauchplätze in Israel
Israel ist kein Land, das man zuerst mit Tauchen in Verbindung bringt – und genau das macht es so besonders. Im Süden liegt Eilat, eine Stadt am Roten Meer eingekeilt zwischen jordanischem und ägyptischem Territorium, mit einem der nördlichsten Korallenriffe der Erde. Im Westen erstreckt sich die Mittelmeerküste mit antiken Häfen, versunkenen Kanonen und Riffen, die unter dem Einfluss gemäßigter Strömungen stehen. Beide Tauchregionen sind in ihrer Art einzigartig und sprechen unterschiedliche Interessen an.
1. Eilat Korallenreservat, Rotes Meer
Das Korallenreservat südlich von Eilat ist der Kern des israelischen Tauchens. Auf einer Länge von etwa 1,2 Kilometern ist der Einstieg mit einem Nationalpark-Ticket kombiniert, und das Schnorcheln und Tauchen direkt vom Strand aus gehört zum Standardprogramm. Unter Wasser beginnt das Riff bereits flach und fällt auf 25 bis 30 Meter ab. Hartkorallen dominieren, Feuerfische lauern in Spalten, und Napoleonfische patrouillieren die mittleren Tiefen. Die Wassertemperatur liegt im Sommer um 27 °C, im Winter sinkt sie auf 20 °C. Open Water reicht für den Großteil des Riffes aus; die Sicht beträgt regelmäßig 20 bis 30 Meter. Ganzjährig tauchbar.
2. Satil-Wrack, Eilat
Das Satil ist das bekannteste Wrack Israels. Die israelische Marine versenkte das ehemalige ägyptische Patrouillenboot 1994 absichtlich als Kunstriff. Es liegt auf der Seite in 25 bis 27 Metern Tiefe, einige Teile beginnen schon bei 18 Metern. Das Schiff ist gut zugänglich, der Rumpf von Weichkorallen, Riff-Anemonenfischen und Steinfischen besiedelt. Der Einstieg erfolgt vom Strand oder per Boot. Für Wrack-Penetration empfiehlt sich zumindest ein Advanced-Brevett; der äußere Wrack-Besuch ist für Open-Water-Taucher problemlos. Beste Bedingungen von April bis November, wenn der Wind nachlässt.
3. Japanische Gärten, Eilat
Die Japanischen Gärten befinden sich unmittelbar neben dem Korallenreservat und sind nach ihren niedrigen, terrassenartigen Korallentischstrukturen benannt, die an einen Zen-Garten erinnern. Das Profil verläuft von einem flachen Plateau in 5 bis 10 Metern bis auf eine Wand, die auf 35 Meter abfällt. Besonders die Nacht-Tauchgänge sind hier lohnend: Tintenfische, Oktopusse und schlafende Riffhaie sind dann regelmäßig anzutreffen. Tagsüber sind Riff-Makrelen und Schwärme von Glasfischen zu sehen. Alle Zertifizierungsstufen; Advanced empfohlen, um die untere Wand zu erkunden. Zugänglich das ganze Jahr.
4. Moses Rock (Abu Nusrani), Eilat
Moses Rock ist ein Unterwasserpfeiler, der auf 30 Meter hinabgeht und von Strömungen aus dem Golf von Akaba gestreift wird. Gestreifte Falterfische, Adlerrochen und gelegentlich Walhaie in der Saison (November bis Januar) machen diesen Platz besonders attraktiv. Der Pfeiler selbst ist dicht mit Fächerkorallen und Weichkorallen besetzt. Mittlere Strömungen erfordern solide Auftriebskontrolle; mindestens Advanced-Niveau empfohlen. Bootstauchgang, Abfahrt von den Eilater Tauchbasen. Ganzjährig geöffnet, beste Sicht im Herbst.
5. Caesarea – Unterwasser-Archäologie, Mittelmeer
Caesarea Maritima war einst der größte Hafen des Nahen Ostens, gebaut von Herodes dem Großen und später von Kreuzfahrern erweitert. Das Unterwasser-Archäologiepark-Projekt macht mehrere Routen zugänglich: versunkene Molen aus Puzzolan-Beton, Anker, Amphoren und Kanonenkugeln. Die Tiefen reichen von 3 bis 12 Metern, ideal für Anfänger und Schnorchler. Die Sicht ist im Sommer gut (8 bis 15 Meter), im Winter durch Planktonblüten reduziert. Das Wasser ist mit 17 °C im Winter kühl; Neopren ab 5 mm empfohlen. Tauchen nur mit zugelassenem Guide innerhalb des Parks.
6. Nachsholim-Riff, Mittelmeer
Nachsholim liegt an der Karmelküste und ist einer der beliebtesten Mittelmeer-Tauchplätze Israels. Neben einem natürlichen Riff befindet sich hier das Wrack der Napoleon III., eines Napoleon-III-Schiffes aus dem 19. Jahrhundert – genaugenommen einer türkischen Dau. Das Riff reicht von 5 bis 20 Meter, die Sicht beträgt in der Regel 10 bis 20 Meter. Barrakudas, Meeräschen und Zackenbarsche sind hier häufig. Zugänglich für Open-Water-Taucher, Einstieg vom Strand. Die beste Jahreszeit ist Mai bis Oktober.
7. Achziv-Marine-Nationalpark, Nordmittelmeer
Achziv nahe der libanesischen Grenze hat Israels einzige Schutzzone im nördlichen Mittelmeer. Das flache Riffsystem erstreckt sich auf 5 bis 15 Meter Tiefe und schützt Posidonia-Seegraswiesen, Seenadelquallen im Sommer und Populationen von Meerasseln. Die Sicht ist wechselhafter als im Roten Meer, typischerweise 8 bis 15 Meter. Tauchen hier ist weniger frequentiert als in Eilat, was Begegnungen mit Meeresschildkröten und Zackenbarschfamilien realistischer macht. Open-Water-Niveau ausreichend, Zugang per Boot oder Strand. Saison: Mai bis Oktober.
8. Tamar-Schlucht, Eilat
Die Tamar-Schlucht ist ein Unterwassercanyon südlich der Eilater Stadtgrenze, der sich auf 40 Meter öffnet. Entlang der Wände hängen Gorgonien und Weichkorallen, und im Canyon selbst sammeln sich nächtlich Tintenfische und Octopus-Arten. Strömungen können stark sein, besonders in Kombination mit dem Wind aus dem Norden. Empfohlen für Advanced-Taucher; Tiefentraining hier ist ausgezeichnet. Bootszugang von Eilat, Fahrtzeit unter 20 Minuten. Beste Bedingungen im Frühjahr und Herbst.
9. Dolphin Reef, Eilat
Dolphin Reef ist eine private Anlage am südlichen Strand von Eilat, wo eine Gruppe halbwilder Tümmler in einem großzügigen Meergehege lebt. Taucher und Schnorchler können im Wasser mit den Delfinen interagieren – unter dem Grundsatz, dass die Delfine die Interaktion initiieren. Das Riff dahinter reicht auf 12 bis 15 Meter und ist mit Softkorallen besetzt. Für vorsichtige Beginner ist dies ein gelungener Einstieg in das Rote Meer. Open Water ausreichend, geführte Tauchgänge obligatorisch. Ganzjährig offen, Reservierung empfohlen.
10. Almog-Strände (Pipeline), Eilat
Die Pipeline ist ein weithin bekannter Shore-Dive im Norden des Eilater Riffs. Eine alte Wasserleitungs-Röhre führt senkrecht ins Meer und dient als natürliche Orientierung für den Abstieg. Das Riff hier ist weniger frequentiert als im Reservat und bietet ruhigere Makro-Fotografie-Möglichkeiten: Nacktkiemer, Garnelen auf Anemonenwirts-Riffbarschen und Geisterpfeifenfische gehören zur regulären Fauna. Tiefe bis 20 Meter, Sicht 15 bis 25 Meter. Open Water ausreichend, idealer Nacht-Tauchgang.
Praktische Informationen
Die Tauchhochsaison in Eilat ist das ganzjährige Rote Meer – es gibt keinen schlechten Monat, wobei Oktober bis April besonders angenehme Temperaturen an Land bieten. Im Mittelmeer taucht man am besten von Mai bis Oktober. Zahlreiche Tauchbasen in Eilat bieten Ausrüstungsverleih und Kurse an; Mietautos und Flüge nach Eilat (Ramon Airport) sind aus Tel Aviv in zwei bis drei Stunden erreichbar. Alle Wracks im Roten Meer erfordern Voranmeldung, einige sind nur mit Guide zugänglich. Die Markierung aller beschriebenen Plätze ist auf der Karte öffnen zu finden – ein praktischer Ausgangspunkt für die Reiseplanung.