Die 10 besten Tauchplätze in Saint Lucia
Saint Lucia ist eine kleine Vulkaninsel in der östlichen Karibik, und ihr vulkanischer Ursprung prägt auch die Unterwasservelt: steile Dropoffs, Pinnacles, gesundes Riff und das dramatische Kulissenbild der Pitons, die aus dem Wasser aufragen und unter der Oberfläche genauso beeindruckend wirken. Das Wrack der Lesleen M bietet eine Alternative für Wractaucher, und die flachen Riffe um Anse Chastanet und Anse la Raye sind ideal für Einsteiger. Die Wassertemperatur liegt ganzjährig zwischen 26 und 29 Grad. Verglichen mit gut besuchten Karibikzielen ist Saint Lucia noch immer angenehm ruhig — Taucher haben die meisten Plätze weitgehend für sich. Öffne die Karte für den Überblick.
1. Anse Chastanet Reef, Soufrière
Das Hausriff des Anse Chastanet Resorts gilt als eines der besten Karibik-Riffe überhaupt, das direkt vom Ufer aus erreichbar ist. Die Korallen beginnen wenige Meter vom Strand entfernt und reichen bis auf zwölf Meter — ein Plateau mit lebendigen Steinkorallen, dichten Gorgonien und einer außerordentlich artenreichen Fischpopulation. Trompetenfische, Papageifische, Trommelbarsche und Seenadeln sind ständige Gäste. Das Riff liegt im geschützten Meeresschutzgebiet Soufrière Marine Management Area, was seinen guten Zustand erklärt. Geeignet für alle Niveaus.
2. Superman's Flight, Soufrière
Unmittelbar südlich von Anse Chastanet beginnt ein spektakulärer Wandtauchgang, der als Superman's Flight bekannt ist. Die Wand fällt vertikal von acht auf über 50 Meter; Schwarze Korallen wachsen ab 25 Metern, Gorgonien stehen dicht an dicht. Taucher "fliegen" entlang der Wand, begleitet von Hochrückentrompetenfischen und Kreolbarschen. Geringe Strömung, ausgezeichnete Sicht. Tiefe je nach Erfahrungsniveau wählbar; AOW-Taucher können die Wand in ihrer vollen Tiefenpracht genießen.
3. Die Pitons, Soufrière
Direkt unter den Zwillingsgipfeln Gros Piton und Petit Piton liegt ein einzigartiger Tauchgang, bei dem die Riffstruktur die Unterwasserversion der ikonischen Landscha wiederspiegelt. Große Felsbrocken bilden Bögen und Höhlen; der Sandgrund zwischen den Rifffingern liegt bei acht bis fünfzehn Metern. Karettschildkröten sind häufig; an ruhigen Tagen werden Adlerrochen über den Sandböden beobachtet. Das Gebiet ist Teil des UNESCO-Welterbes; besondere Sorgfalt bei der Tarierung ist gefragt.
4. Wrack der Lesleen M, Anse la Raye
Die Lesleen M ist ein 57 Meter langer Frachter, der 1986 südwestlich von Anse la Raye versenkt wurde. Das Wrack liegt auf 18 bis 30 Metern Tiefe, weitgehend aufrecht, mit offenem Laderaum und dem freistehenden Deck — ideal für Penetrationstauchen mit entsprechender Ausbildung. Die Außenwände sind mit Korallen, Schwämmen und Hydroiden überwachsen; Feuerfische besetzen die Ecken. Das Wrack ist das meistgetauchte in Saint Lucia und bietet für Wracktaucher klare Strukturen und moderate Tiefen.
5. Anse la Raye Reef
Der Korallenriff-Komplex vor dem Dorf Anse la Raye ist beim Einheimischentauchen beliebt und touristisch weniger stark besucht. Tiefen von fünf bis zwölf Metern, dichte Korallenköpfe mit Muränen, Oktopussen und Häufungen von kleinen Rifffischen. Nachttauchen ist hier besonders lohnend: Tintenfische jagen, Krebse verlassen ihre Verstecke, und das Riff nimmt eine ganz andere Qualität an. Shore-Dive möglich; Bootsbootstart direkt vor Ort.
6. Jalousie / Trou Diable, Soufrière Bay
Trou Diable, wörtlich "Teufelslocher", ist ein Komplexgebiet am südlichen Ende von Soufrière Bay. Hydrothermale Aktivität — der vulkanische Ursprung der Insel — erwärmt Teile des Meeresbodens lokal, was eine ungewöhnliche Fauna erzeugt. Schwefelblasen perlen aus dem Sediment; spezialisierte Wirbellose besiedeln die warmen Zonen. Tiefen: acht bis zwanzig Meter. Nicht für jeden etwas, aber für neugierige Taucher mit Offenheit für unkonventionelle Unterwassergeologie ein unvergessliches Erlebnis.
7. Coral Gardens, Cas en Bas
An der Nordwestküste der Insel liegt Coral Gardens, ein Flachwasser-Riffsystem in drei bis zwölf Metern Tiefe, das für seine außerordentliche Dichte an Gorgonien bekannt ist. Seepferdchen verstecken sich in den Fächerkorallen; Nacktschnecken-Arten (Nudibranchen) sind zahlreich. Wellenbewegung und gelegentliche Strömung halten die Korallen gesund. Der Platz wird seltener besucht als die Soufrière-Spots und bietet ein entspannteres Taucherlebnis.
8. The Pinnacles, Soufrière
Die Pinnacles sind vier unterseeische Felssäulen, die von 15 Metern unter der Oberfläche bis auf den Riffboden bei 45 Metern reichen. An den senkrechten Flächen wachsen üppige Weichkorallen in Gelb und Orange. Mantarochen werden gelegentlich in der Mitte zwischen den Pinnacles beobachtet, und das Blau des offenen Wassers wirkt zwischen den Felsnadeln besonders tief. Strömung variiert stark; AOW-Niveau Minimum. Einer der dramatischsten Tauchgänge auf Saint Lucia.
9. Grand Caille Point, Nordwestküste
Grand Caille Point ist ein Riff-Ausläufer an der Nordwestküste, weniger bekannt als die Soufrière-Spots, aber mit hervorragender Großfisch-Aktivität. Barrakuda-Schulen, Gelbflossen-Thunfische und gelegentliche Ammenhaie sind hier regelmäßig. Die Riffoberkante liegt bei acht Metern, die Außenwand geht bis auf 30 Meter. Mäßige Strömung, gute Sicht. Tagestour ab Soufrière oder Rodney Bay möglich.
10. Fairy Land, Rodney Bay
Wer im Norden von Saint Lucia in Rodney Bay untergebracht ist, findet in Fairy Land ein zugängliches Riffsystem in neun bis zwanzig Metern Tiefe. Dichte Korallenlandschaften mit Gorgonien, einem kleinen Felsbogen und zahlreichen Höhlen für Tintenfische und Muränen. Sicht typischerweise fünfzehn bis zwanzig Meter. Kein Hotspot für Großfisch, aber ideal für entspanntes Rifftauchen und Makrofotografie. Shore-Dive oder Bootsbootstart je nach Anbieter.
Praktische Hinweise
Saint Lucia taucht sich das ganze Jahr über; die beste Sicht herrscht von Februar bis Mai, wenn der Passatwind nachlässt und das Wasser ruhig ist. Von Juni bis November ist Hurrikansaison — Tauchbedingungen bleiben oft gut, aber Logistik kann beeinträchtigt sein. Internationale Flüge landen in Hewanorra im Süden oder im kleineren George F.L. Charles Airport im Norden; von Hewanorra sind es 45 Minuten nach Soufrière. Die meisten Tauchoperatoren sind in Soufrière konzentriert. Nitrox ist verfügbar. Alle Tauchplätze auf der Karte erkunden.