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Die 10 besten Tauchplätze in Neukaledonien

Neukaledonien ist taucherisch gesehen ein Titan. Das französische Überseegebiet im Südpazifik besitzt die zweitgrößte Lagune der Welt, eingeschlossen von einem Barriereriff-System von 1.600 Kilometern Länge – seit 2008 von der UNESCO als Weltnaturerbe anerkannt. Die Lagune selbst misst bis zu 70 Kilometer Breite und beherbergt Korallenformationen, Seegraswiesen, Mangroven und einige der seltensten Tierarten des Pazifik, darunter Dugongs und Nautiluse in tiefem Wasser. Das Wasser ist warm (22 bis 28 °C), die Sicht in klaren Perioden herausragend, und die Taucherinfrastruktur ist auf europäischem Niveau.

1. Dieppe Pass (Passe de Dumbéa)

Der Dieppe Pass ist eine der beeindruckendsten Passagen durch das Barriereriff von Neukaledonien. Bei auflaufendem Wasser schwemmen die Strömungen planktonreiche Wassermassen durch den Pass, was Haie, Rochen und Barrakuda-Schulen in Scharen anzieht. Silberhaie, Graue Riffhaie und gelegentlich Tigerhaie patrouillieren den Pass; Mantas nutzen ihn als Reinigungszone. Tiefe des Passes: 20 bis 35 Meter. Drifterfahrung und Advanced empfohlen; der Drift durch den Pass dauert 20 bis 40 Minuten je nach Strömungsstärke. Operators aus Nouméa.

2. Prony Needle (Aiguille de Prony)

Die Prony Needle ist eine spektakuläre Unterwasser-Basaltnadel in der Baie de Prony im Süden Neukaledoniens. Die Nadel steigt aus 70 Metern Tiefe auf und ragt bis kurz unter die Oberfläche – technisch keine Tauchtiefe zu bewältigen, aber die Außenwände ab 5 Metern beginnen und fallen steil ab. Weichkorallen, Schwarze Korallen und Gorgonien überziehen die Wände; Adlerrochen, Zackenbarsche und Doktorfische-Schulen begleiten den Abstieg. Advanced für die untere Wandsektion. Bootszugang aus der Baie de Prony; malerische Umgebung mit heißen Quellen im Flusswasser.

3. Île des Pins – Riffe und Lagunen

Die Île des Pins im Süden Neukaledoniens gilt als eine der schönsten Inseln des Pazifik. Ihre Lagune und die umgebenden Riffe sind tauchertechnisch hervorragend: turquoise Untiefen mit Schildkröten, tiefere Hanglagen mit Zackenbarsch-Familien und der Pass südlich der Insel mit Strömungstauchen. Dugong-Sichtungen sind in den Seegraswiesen der Insel möglich – selten, aber real. Wassertemperatur ganzjährig 23 bis 27 °C; Sicht 15 bis 25 Meter. Mehrere Tauchbases auf der Insel. Open Water für Lagune; Advanced für Außenriffe.

4. Nouméa – Ilots Maître und Canards

Vor der Hauptstadt Nouméa liegen mehrere kleine Inseln (Îlots), deren umgebende Riffe als Ausgangspunkte für alle Taucher dienen, die in der Stadt einquartiert sind. Îlot Maître hat ein rundes Riff in 8 bis 20 Metern mit Acropora-Tischen, Schildkröten und Löwenfischen; Îlot Canards besitzt ein tieferes Profil bis 25 Meter und mehr Großfische. Beide Spots sind gut von mehreren Tauchoperatoren in Nouméa betreut. Open Water bis Advanced; Bootsfahrt je 15 bis 20 Minuten. Idealer Einstieg in das kaledonische Tauchen.

5. Sainte Marie Pass – Dugong-Gebiet

Der Sainte-Marie-Pass verbindet die Lagune mit dem Ozean östlich von Nouméa und ist eines der verlässlichsten Gebiete für Dugong-Sichtungen in Neukaledonien. Seegraswiesen in 5 bis 12 Metern bedecken ausgedehnte Flächen; Dugongs grasen hier regelmäßig, besonders morgens. Daneben: Schildkröten, Stachelrochen auf dem Sandboden und regelmäßige Hammerhai-Sichtungen im tieferen Bereich des Passes. Open Water für Seegraswiesen; Advanced für Passströmungen. Guide-Pflicht für Dugong-Begegnungen.

6. Récif Colnett

Das Colnett-Riff liegt 25 Kilometer nördlich von Nouméa im offenen Ozean und ist nur per Boot in 40 Minuten erreichbar. Das Außenriff fällt auf 40+ Meter ab und wird von starken Strömungen gestrichen; die Fischdichte ist entsprechend hoch. Wobbegong-Haie (obwohl australisch, gelegentlich in kaledonischen Gewässern präsent), Adlerrochen in Schulen und Großkopfthunfische sind die Attraktionen. Advanced bis Divemaster; beste Bedingungen bei abflauender Strömung. Ein Tauchgang für erfahrene Strömungstaucher.

7. Boulari Pass

Der Boulari-Pass ist der meistgenutzte Zufahrtskanal zum Hafenbecken von Nouméa und bietet trotz oder gerade wegen des Bootsverkehrs ein interessantes Taucherlebnis. Die Riffkanten beiderseits des Passes gehen auf 20 bis 30 Meter; Walrochen wurden saisonal gemeldet, und Sirenenkuhrochen (Manta alfredi) nutzen den Pass als Reinigungszone. Schwimmende Trümmer aus dem Hafenverkehr sind zu beachten; Drift nur mit DSMB. Advanced; Tauchen unter Aufsicht lokaler Operators empfohlen.

8. Récif Sèche Croissant

Sèche Croissant ist ein halbmondförmiges Riff südlich von Nouméa, das bei Kennern für seine Nacht-Tauchgänge berühmt ist. Nautiluse – die lebenden Fossilien mit ihren spiraligen Schalen – kommen aus der Tiefe (tagsüber 200 bis 300 Meter) gelegentlich in Bereiche von 80 bis 150 Metern; dies ist Technical-Diver-Territorium. Für Nicht-Tech-Taucher bietet das Nacht-Riff außergewöhnliche Leuchtgarnelenquallen, Tintenfische und Hummer in 10 bis 25 Metern. Open Water für Nachdives auf dem Riff-Plateau.

9. Nord-Lagune – Poum und die äußeren Atolle

Im nördlichen Bereich der Lagune bei Poum an der Nordspitze des Hauptlandes gibt es Atoll-ähnliche Strukuren mit nahezu unberührten Außenriffen, die Forscher in den letzten Jahren als besonders korallenreich identifiziert haben. Hier dominieren Flächenkorallen (Montipora spp.) und Korallengärten in 10 bis 30 Metern. Wale der Buckelwal-Art (Juli bis September) ziehen durch die Passage zwischen Lagune und Ozean. Liveaboard oder Charter von Poum. Advanced für Außenriffe; Open Water für die Lagune.

10. Passe de Uitoé

Die Uitoé-Passage nördlich von Nouméa ist ein breiterer Pass als Dieppe, mit flacheren Riffkanten und damit zugänglicher für ein breiteres Spektrum an Tauchern. Nonetheless werden hier Silberhaie und gelegentlich Hammerhaie gesichtet. Die Korallen auf den Pass-Kanten sind reich; Schilder-Schildkröten, Drückerfische und Adlerrochen auf dem Sandboden. Drift bei auflaufendem Wasser; DSMB obligatorisch. Advanced; Operators aus Nouméa fahren regelmäßig dorthin. Sicht bis 25 Meter.

Praktische Informationen

Die Tauchjahreszeit in Neukaledonien ist das ganze Jahr über; die angenehsten Monate sind September bis Januar mit stabilen Bedingungen und Temperaturen. Von Juni bis August ist es kühler (22 bis 23 °C), was Neopren erforderlich macht. Flüge von Paris nach Nouméa dauern rund 22 Stunden; günstigere Verbindungen über Tokio, Sydney oder Auckland sind möglich. Die Haupttauchbasis ist Nouméa; Liveaboards für Nord-Lagune und Atoll-Expeditionen sind empfehlenswert. Alle Pass-Tauchgänge, Riff-Spots und Lagunen-Plätze sind auf der Karte öffnen eingetragen und mit Tiefenangaben versehen.