Die 10 besten Tauchplätze in Französisch-Polynesien
Französisch-Polynesien ist das Tauchen im absoluten Reinzustand. Fünf Archipele mit über hundert Inseln und Atollen, verteilt über ein Meeresgebiet so groß wie Europa – und darunter Lagunen von einer Klarheit und Tiefe, die kaum zu beschreiben ist. Was Französisch-Polynesien einzigartig macht, sind die Pässe der Atolle: schmale Kanäle, durch die bei ablaufendem Wasser das Lagunenwasser ins offene Meer drängt und dabei Tausende von Haien, Zackenbarsche, Tarpons und Delfine konzentriert wie in einem Aquarium. Wassertemperaturen liegen konstant zwischen 26 und 29 Grad Celsius; Sichtweiten in den offenen Passagen oft über 40 Meter.
1. Tiputa-Pass, Rangiroa
Rangiroa ist eines der größten Atolle der Welt, und der Tiputa-Pass ist sein Herz. Beim ablaufenden Wasser werden Taucher durch den Kanal gespült, während graue Riffhaie in Dutzenden, Barrakudas in Hunderten und Delfine in kleinen Gruppen um sie herumschwimmen. Hammerhaie tauchen in den frühen Morgenstunden aus der Tiefe auf. Tiefe im Pass bis 30 Meter; Strömungsgeschwindigkeiten können stark sein, weshalb Advanced Open Water empfohlen wird. Die Blue Lagoon im Inneren der Lagune bietet Kontrast: türkises Flacwasser mit Haibabys und Schildkröten.
2. Südpass (Tumakohua-Pass), Fakarava
Der südliche Pass des Atolls Fakarava ist berühmt für seine Hai-Aggregation: Hunderte Weißspitzenhaie schlafen tagsüber auf dem Grund und jagen nachts als koordinierte Meute – einer der wenigen Orte weltweit, wo dieses kooperative Jagdverhalten regelmäßig beobachtet wird. Das UNESCO-Biosphärenreservat umfasst das gesamte Atoll; Taucher profitieren von striktem Schutz. Beste Zeit für Haiaggregationen: Juli bis August während des Grouper-Spawnings.
3. Nordpass, Fakarava
Der Nordpass von Fakarava ist ruhiger als der Süden und eignet sich für den Drift entlang wunderbar bestückter Wände. Schwarze Korallenknollen, Seefächergorgonien, Zackenbarsche von beeindruckender Größe und stets präsente Riffhaie begleiten den Tauchgang. Im Gegensatz zum Südpass sind die Strömungen moderater, was ihn auch für weniger erfahrene Drifttaucher geeignet macht.
4. Tahiti – Tahiti Iti (Calabash)
Tahiti selbst ist kein Atoll, sondern eine hochvulkanische Insel mit einer anderen Art von Tauchen. Die Halbinsel Tahiti Iti im Süden zeigt Steilwände mit Schwarzkorallen in mittleren Tiefen und überraschend lebendigen Fischgemeinschaften. Das Wrack der Delta (ein altes Motorboot) liegt in 25 Metern Tiefe und ist vollständig von Weichkorallen bedeckt. Sicht oft über 25 Meter; Strömungen lokal stark.
5. Moorea – Haifischbecken und Rogen-Manta-Aggregation
Moorea, die herzförmige Insel sichtbar von Papeete, hat ein berühmtes Haifischbecken in der Cook's Bay, wo gefütterte Zitronenhaie und Schwarzspitzenriffhaie von Tauchlehrern demonstriert werden. Interessanter biologisch ist das Manta-Ray-Aggregationsprogramm: Meeresbiologen haben hier eine der best dokumentierten Manta-Populationen des Pazifiks und nehmen Taucher auf Beobachtungstouren mit. Offene Passagen bieten Drifttauchen mit Riffhaien.
6. Tikehau – Jungfischschwärme und Wände
Das Atoll Tikehau gilt laut einer alten französischen Studie als artenreichstes in Polynesien – eine Behauptung, die sich beim Tauchen glaubhaft anfühlt. Die Pässe füllen sich mit Schulen juveniler Rotbarsche, die in Schwärmen von Tausenden auftreten. Dazu Adlerrochen in Gruppen, Schildkröten und die ubiquitären Riffhaie. Der Hauptpass ist für Strömungstauchen mittleren Niveaus geeignet.
7. Manihi-Pass
Manihi ist die Perlen-Insel Polynesiens und der Pass hier zeigt eine Perlen-Lagune in voller Schönheit. Transparentes, flaches Lagunenwasser mit Schwarzlippmuscheln auf Schnüren; außerhalb des Passes ein Riff mit Tigerhaien, die in den frühen Morgenstunden frequentieren. Der Pass selbst ist schmaler als Rangiroa oder Fakarava, aber die Konzentration an grauer Riffhais ist bemerkenswert.
8. Bora Bora – Stechrochen-Safari
Bora Bora ist für die meisten Besucher Surfschulen und Wasservillen; Taucher wissen, dass die Lagune flache Safaris mit Stachelrochen und Ammenhaien bietet. Wer die Außenseite des Riffs angeht, findet tiefere Wände mit Haien und Mantarochen. Die Sichtweiten sind hier nicht die besten Polynesiens, aber die Leichtigkeit des Zugangs und das Gesamtpaket machen Bora Bora zu einem Platz, der auf keiner Liste fehlen darf.
9. Rangiroa – The Valley (Sademanches)
Abseits der großen Pässe liegt in Rangiroa ein Bereich namens The Valley: eine Reihe von Korallenformationen, die einen natürlichen Korridor bilden, durch den ein moderater Strom fließt. Kaiserbarsche, Maifisch-Schulen und ein ungewöhnlich hohes Vorkommen von Napoleonfischen sind das Markenzeichen. Flacheres Profil als die Passagen – bis 20 Meter; gut für Wiederholungstauchgänge am Nachmittag.
10. Raiatea – Das Versunkene Riff
Raiatea ist die heilige Insel Polynesiens und auch unter Wasser mystisch: Die Gewässer um das Inselzwillingspaar Raiatea-Tahaa zeigen ein dramatisch durch Lavaströmungen geformtes Riff mit Spalten, Tunneln und Überhängen, die reich an Krebstieren und Muränen sind. Keine Massentouristenmassen; ruhigere, meditative Tauchgänge mit guter Fischfülle.
Praktische Hinweise
Die beste Tauchzeit in Französisch-Polynesien ist von Mai bis Oktober, wenn die trockene Jahreszeit klares Wasser und mäßige Strömungen bringt. Juli und August sind Hochsaison für Haiaggregationen in Fakarava. Interninseln werden per Air Tahiti angeflogen; die Kombination mehrerer Atolle in einer Reise ist logistisch möglich und empfohlen. Tauchbases sind auf allen großen Inseln und Atolls vertreten, oft direkt mit den Hotels assoziiert. Tauchtaugliche Strömungskenntnisse sind für Passagen obligatorisch. Alle Tauchplätze im Überblick gibt die interaktive Karte.